The Beautiful South :: Superbi Sony BMG

Auf dem Cover sieht man einen alten Bus, der auf der Müllhalde Rost angesetzt hat. Ein Schlingel, der vermutet, es handele sich hier um das perfekte Sinnbild für den Zustand von The Beautiful South. Zuletzt hatte der Zahn der Zeit ja unüberhörbar an der nordenglischen Band genagt. Man ächzte nur noch von Song zu Song, so wie sich besagter Bus kurz vor seiner Ausrangierung von Haltestelle zu Haltestelle robbte. Es mangelte an melodischen Geistesblitzen, mit denen die Band ihre unspektakuläre Musik übertünchen konnte. Nun haben The Beautiful South die Notbremse gezogen und sind der Routine entflohen, zumindest teilweise. Sie veröflentüchen bei einer neuen Plattenfirma und haben sich mit einem neuen Produzenten angefreundet. Der heißt Ian Stanley und hat Gitarrist Dave Rotheray dem Vernehmen nach aufgetragen, doch bitte etwas mehr Biss zu zeigen. Davon ist nicht viel zu hören. Ebensowenig von einer tief greifenden stilistischen Veränderung. The Beautiful South haben sich lediglich zusammengerissen und ihren erwachsenen Brit-Country-Pop in etwa auf den Stand von blue IS THE colour und quench gebracht. Wer diese produktive Phase der Band zu schätzen weiß, wird hier nicht enttäuscht. Mit einer schwungvollen Ode an Manchester outet sich Sänger Paul Heaton nicht nur als Fan seiner neuen Heimatstadt, es ist auch sein bester Popsong seit langem. „Space“ hat eine ähnliche Qualität. Zwischendurch immer wieder spöttische und traurige Zustandsbeschreibungen über das Leben hinter den Türen von englischen Reihenhauswohnungen. Sie kulminieren am Ende in einem Track, bei dem die Band im Walzertakt über Streicherpassagen tippelt. Das traut sich nicht jeder. Aber gerade die trotzige Haltung ist es, derentwegen man The Beautiful South am Ende doch wieder Wohlwollen entgegenbringt. VÖ: 25.8.

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