Veit Rappel :: The Doors: Storys und Songs kompakt

Noch 'ne Werkschau: ein Bächlein durchleuchtet die Hinterlassenschaft der Doors.

Ein Buch über Jim Morrison (und das ist ein Doors-Buch natürlich immer zuerst], das mit einer „Liste der größten Fehler, die einer Band nach dem Tod ihres Leadsängers unterlaufen können “ endet, kann nur sympathisch sein. 26 davon sind hier aufgeführt – die verbliebene Rest-Doors Ray Manzarek, Robbie Krieger und John Densmore haben sie ausnahmslos alle begangen. Stellvertretend sei hier die Kardinalsünde genannt: „Die Band weigert sich auch nach 30 Jahren, den Sänger in Frieden ruhen zu lassen.“ Stimmt. Allerdings: Den Vorwurf muss sich auch die Buchbranche gefallen lassen. Solange kluge Song-by-Song-Werkschauen wie diese hier erscheinen, ergänzt um eine vollständige Diskografie, Chartsplatzierungen, eine Liste wichtiger Coverversionen und eine Bandchronik, ist daran jedoch kaum etwas auszusetzen. Zwar mangelt es Veit Rappel gelegentlich an sprachlicher Versiertheit, das Manko wiegt er durch Faktensicherheit jedoch locker auf. Sein sicheres Urteil unterscheidet das Bändchen zudem wohltuend vom sonst im Metier üblichen Geschwafel. Dabei verhehlt Rappel in keiner Zeile seine kritische Sympathie für die Gruppe. Fazit: Dieser Band aus der „Story und Songs kompakt „-Reihe, die im handlichen CD-Format erscheint, ist ein zuverlässiger und preiswerter Kompass durchs Doors-Universum und besser als jedes „neue“ Doors-Album sowieso – nicht nur, weil’s wegen seines Formats in jedes handelsübliche CD-Regal passt.

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