Interview

Richard Linklater: „Musik definiert das Leben meiner Figuren“

von

ME.MOVIES: Wie wichtig ist Musik für Ihren Film? 

Richard Linklater: Sie ist nicht das einzige wichtige Element. Aber sie ist sehr wichtig. Sie definiert das Leben meiner Figuren, sie ist ihr ständiger Begleiter, der Soundtrack ihrer Existenz. So war das damals, genau so erinnere ich mich daran: Musik war überall. Ich würde sagen, zumindest in Austin war es ein sehr aufregendes Jahr. Es passierte wahnsinnig viel, es gab viele neue Entwicklungen und Stile, die man entdecken konnte.

Sind die Songs im Film auch die Lieder, die Sie damals selbst gehört haben?

Absolut. Zu jedem einzelnen Track habe ich eine ganz innige, persönliche Beziehung. Wir haben damals ja nicht nur die Musik gehört, die wir gut fanden. Oft lief einfach das Radio, und gewisse Lieder brannten sich ein. Oder man ging in Clubs und hörte da Sachen, die man selbst niemals gekauft hätte. Es ist ein schönes Gefühl, in seinem Leben von Musik eingehüllt zu werden wie von einer Decke. Das wollte ich rüberbringen. Ich wollte, dass „Everybody Wants Some!!“ hundertprozentig der Zeit entspricht, in der er spielt.


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Haben Sie gewisse Lieder immer schon beim Schreiben des Drehbuchs im Kopf? Wie beeinflusst die Musik, die Sie verweden wollen, den Film, den Sie machen?

Viele der Lieder stehen schon im Drehbuch, das stimmt. Und sie beeinflussen, was in den Szenen geschieht, weil mir gewisse Sachen selbst fast genau so passiert sind, während ich die Lieder gehört habe. Ich wollte aber keinen nostalgischen Film machen. Das auf keinen Fall. Ich wollte einen lebendigen Film machen über Figuren, die man nachvollziehen kann: Jungs, bei denen man den Eindruck hat, dass man sie kennt. Das kann sich in Kleinigkeiten äußern wie in der Szene, in der sie „Space Invaders“ spielen und einer genau erklärt, mit welchen Tricks man das Spiel meistert. Oder eben in der Musik. Wie gesagt, es war eine aufregende Zeit. Vieles befand sich im Umbruch, neue Sachen wurden angeschoben. Diese Offenheit und Entdeckungslust verbinde ich besonders mit 1980.



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