Popgeschichte

Was wurde eigentlich aus… Schnappi, dem kleinen Krokodil?

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Das Leben von Iris und Joy Gruttmann änderte sich schlagartig, als sie im August 2004 aus dem Familienurlaub zurückkamen. „Iris, guck mal im Internet nach, da passiert gerade etwas mit deinem Schnappi“, erinnert sich Gruttmann heute, 15 Jahre später, an die Begrüßungsworte aus der „Die Sendung mit der Maus“-Redaktion, die etliche Anrufe von Hörern und Zuschauern bekommen hatte, die dachten, „Schnappi“ sei ein Lied aus „Die Sendung mit der Maus“: „Ich fand den Song plötzlich in über 6.000 Foren wieder. Es gab Remixe quer durch die Genres, von Techno über Ballermann bis Hardrock und Heavy Metal. Es gab sogar ein Video vom Wacken Open Air, wo Rocker mit Bierdosen und Tattoos immer in den Umbaupausen „Schnappi“ grölten. ‚Das kann doch nicht wahr sein!‘, dachte ich. Dann ging es los.“

Schnappi, wie jeder das kleine Krokodil kennt und wahlweise liebt oder hasst
Schnappi, wie jeder das kleine Krokodil kennt und wahlweise liebt oder hasst

In Windeseile mussten eine Figur, ein Konzept und ein Plan her. Das Babykrokodil Schnappi mit den großen Augen, kleinen Zähnchen und der Locke auf dem Kopf, wie wir es bis heute kennen, wurde von Jürgen Haas gezeichnet. Rolf Moser, Geschäftsführer von Bavaria Media, übernahm die Vermarktung und Lizenzverträge. Die Single erschien bei Universal offiziell an Joy Gruttmanns neunten Geburtstag – über vier Jahre, nachdem sie das Lied einsang und entsprechend größer geworden war. Zu diesem Zeitpunkt kannte das süße Liedchen bereits jeder. „Die Leute liebten oder hassten Schnappi“, weiß Iris Gruttmann und merkte bald, dass sie wegen der Vielzahl an Anfragen und Aufgaben wohl einen Projektmanager brauchte. „Ich musste das Schnappi-Album produzieren, Interviews geben, Presse- und Medientermine wahrnehmen, zu Fernsehauftritten mit Joy & Schnappi reisen und so weiter. Darüber hinaus hatte ich täglich bis zu 100 Anrufe und E-Mails mit Anfragen zu Merchandising, Lizenz- und Markenrechten und von etlichen Musikverlagen oder Leuten, die fragten, ob sie eine Version mit Noten für den Spielmannszug haben könnten…“. So kam Peter Burtz ins Spiel.

Von Heavy Metal über Comedy zum Kinderlied

Der ehemalige Steeler-Sänger Peter Burtz war nicht nur Erfinder der „Gerd-Show“ – er managte von Ende 2004 bis Anfang 2006 auch „Schnappi, das kleine Krokodil“
Der ehemalige Steeler-Sänger Peter Burtz war nicht nur Erfinder der „Gerd-Show“ – er managte von Ende 2004 bis Anfang 2006 auch „Schnappi, das kleine Krokodil“

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