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So endet die erste Staffel von „Better Call Saul“

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ACHTUNG: Der folgende Text enthält Spoiler.

Die erste Staffel des „Breaking Bad“-Spin-offs „Better Call Saul“ ist nun offiziell Geschichte. Am Montag, den 6. März 2015, wurde in den USA die letzte der insgesamt zehn produzierten Folgen auf dem Sender AMC ausgestrahlt, seit Dienstag ist das Staffelfinale mit dem Namen „Marco“ über Netflix auch in Deutschland zu sehen.

Was man schon vorher wusste: „Better Call Saul“ erzählt die Vorgeschichte des schmierigen Anwalts Saul Goodman (Bob Odenkirk), der in der AMC-Erfolgsserie „Breaking Bad“ den krebskranken Chemielehrer, Familienvater und Drogenbaron Walter White bei dessen kriminellen Machenschaften unterstützt. Goodman heißt damals noch Jimmy McGill und versucht in Albuquerque, New Mexico, sein Glück als motivierter Nachwuchsanwalt. Zeitlich, so hieß es im Vorfeld, sollte dieses Spin-off vor, während und nach den „Breaking Bad“-Ereignissen stattfinden, aus „Breaking Bad“ bekannte Figuren sollen vorerst nicht zu sehen sein.

Zumindest die Information über bereits bekannte Charaktere konnte bereits nach einem ersten Trailer revidiert werden: In „Better Call Saul“ trifft Jimmy McGill auf den damaligen Parkplatzwächter Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks), der wiederum genug Geschichte und Charakter für ein weiteres Spin-off mitbrächte. Ihre in „Better Call Saul“ eingegangene unheilvolle Verbindung, das weiß man aus „Breaking Bad“, dürfte sie noch in diverse moralische Abgründe bugsieren.

Worum geht es konkret in Staffel 1 von „Better Call Saul“? (ACHTUNG, SPOILER!)

Jimmy McGill möchte mit allen Mitteln Anwalt werden. Sein Bruder Chuck ist Teilhaber in Albuquerques größter Anwaltskanzlei HHM, sein dortiger Partner Howard Hamlin soviel wie Jimmys Erzfeind. Per Fernstudium schafft Jimmy es schließlich zu seiner eigenen Zulassung, und nach einigen eher mißlungenen Versuchen, Klienten für sich zu gewinnen, wittert er die große Chance: Die Betreiber einer Altersheim-Kette verdächtigt McGill, ihre Patienten finanziell systematisch zu betrügen. Er will den Fall gemeinsam mit Bruder Chuck, der seit Jahren unter Elektrosensibilität zu leiden glaubt und von Jimmy gepflegt wird, vor Gericht bringen.

Im weiteren Verlauf von „Better Call Saul“ aber ahnt der bisher nimmermüde Jimmy drei Dinge, die sein späteres Leben maßgeblich beeinflussen werden: Erstens ist der Fall zu groß für ihn und Chuck. HHM muss ran, im Team wollen sie Jimmy trotzdem nicht. Zweitens ist es in Wahrheit Chuck, der Jimmy klein halten will. Der Grund: „Du bist Slippin Jimmy, der Aufschneider und Trickbetrüger! Du bist kein richtiger Anwalt! Du wirst es nie zu etwas bringen!“ Das ist die dritte Einsicht: Sein altes Leben und Image als Slippin Jimmy, das in Rückblicken immer wieder auszugsweise gezeigt wird, wird Jimmy McGill trotz aller Mühen nicht los. Da müsste er schon andere Geschütze auffahren.

So wurde in der ersten Staffel von „Better Call Saul“ über zehn Folgen lang, relativ witzig und relativ leise, die Vorgeschichte von Saul Goodman anerzählt. Die finale Folge heißt „Marco“  und endet – noch ein Spoiler! – mit dem Tod seines alten Freundes und Trickbetrüger-Buddys Marco in Jimmys alter Heimat Chicago. Nach Marcos Beerdigung ruft ihn seine gute Freundin und bei HHM arbeitende Anwältin Kim Wexler an und erzählt dem im Aufgeben begriffenen Jimmy von einem lukrativen Jobangebot in einer anderen Kanzlei. Er reist trotz der Missgunst seines Bruders zurück nach Albuquerque, dreht in letzter Sekunde aber um: Nein, das Kanzleigespräch und somit einen ehrlichen Job tritt er nicht an. Zurück am Steuer hört man ihn förmlich denken: „Ich habe es jahrelang auf die ehrliche Klinkenputzer-Tour versucht, weil ich nicht länger Slippin Jimmy sein wollte. Jetzt aber reicht es: Fortan sind mir alle Mittel recht.“ Sein Gewissen und seine Vergangenheit verabschiedet er gegenüber Parkplatzwächter Mike mit den Worten: „I know what stopped me. And you know what? It’s never stopping me again!“ So fährt Jimmy McGill zu „Smoke On The Water“ und mit einem Lächeln ins Gesicht in Richtung seines neuen Lebens. Und man ahnt, welchen Parforce-Ritt er in Staffel 2 erleben wird, bevor er, irgendwann, seinen Namen in Saul Goodman ändern und auf Walter White treffen wird.

Die zweite Staffel „Better Call Saul“ soll Anfang 2016 ausgestrahlt werden.

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