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Spielberg rettet Weihnachten: Kein „Star Wars“, dafür „E.T.“

Moderne Märchenhelden kämpfen nicht mehr mit Drachen oder herkömmlichen Räubern, sondern mit forschungsgeilen Wissenschaftlern, die nichts Besseres zu tun haben, als sich das Männchen in einer Überrumpelungsaktion zu greifen. Was sich daraufhin in einer mobilen Quarantänestation abspielt, zielt nicht nur schamlos auf die Tränendrüsen. Irgendwo reflektiert es auch die derzeitige Auffassung von „humaner Medizin“. ET. garantiert Emotionsschübe wie das Trivialkino der 50er.

„Wer in Japan im Kino nicht heult, gilt als gefühlsmäßig armes Schwein“, erklärte mir mal ein Freund, der es wissen muß. Wer E.T. nicht mag, schämt sich einfach seiner Tränen, könnte man euphorisch anschließen. Sollte man aber nicht. Denn „Der Außerirdische“ ist nichts weiter als ein cleveres Kinostück, wie man es zu Zeiten wirtschaftlicher Rezession und menschlich/politischer Verunsicherung nicht besser inszenieren kann. In vielen Momenten brillant, doch trotzdem hier und da einfach unerträglich. Aber intelligent. Der ideale Film fürs Fernsehprogramm zur Weihnachtszeit.



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