Eine Studie beweist das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in Filmen

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Die Schauspielerin Geena Davis (Thelma & Louise) hat 2006 ein Institut gegründet, das sich für Gleichberechtigung der Geschlechter in der Medienwelt einsetzt. Und gemeinsam mit Google.org hat das „Geena Davis Institute on Gender in Media“ ein Computerprogramm entwickelt, das Screentime und Dialogzeilen von Männern und Frauen in Filmen und Serien automatisch erfasst.

Geena Davis Inclusion Quotient (kurz: GD-IQ) heißt die Software, die in dieser Woche vorgestellt wurde und direkt sehr unangenehme Zahlen für die Filmindustrie vorgelegt hat. Die 200 in den USA erfolgreichsten Filme 2015 wurden analysiert und dahingehend untersucht, wie viele Wörter Frauen und Männer jeweils in ihnen sprechen dürfen – Animationsfilme wurden dabei nicht betrachtet.

Männer sprechen doppelt so viel

Das Ergebnis der Studie bestätigt die gefühlte Dominanz der Männer in Hollywood. Im Schnitt wurden Männer in den 200 Filmen doppelt so oft gehört und gesehen wie Frauen.

In Spielfilmen, in denen sich eine Frau und ein Mann die Hauptrollen teilen, würde der Mann immer noch deutlich mehr sprechen als seine Leinwandpartnerin. In Filmen, die eine klar definierte weibliche Hauptrolle haben, kommen Männer noch genauso oft zu Wort. Wenn ein Film nur eine männliche Hauptfigur hat, sprechen Männer meist dreimal so viel wie ihre weiblichen Kollegen.

Den Irrglauben, dass Filme mit weiblicher Hauptrolle an der Kinokasse nicht ziehen, konnte die Studie widerlegen. Von den untersuchten Filmen machten jene mit weiblichen Hauptrollen im Schnitt 89,9 Millionen Dollar Umsatz. Bei den männlichen Kollegen war der Schnitt um 15,8 Prozent geringer.

Mit der Software sollen zukünftig noch weitere Filme und Serien analysiert werden, zu einem späteren Zeitpunkt möchte das Institut noch umfassendere Studien vorlegen.


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