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Was anschließend Red Hot Chili Peppers bieten, lässt sich auf die Zeile „Solides Greatest-Hits-Set minus ‚Under The Bridge’“ herunterbrechen. Umso enervierender wirkt da das Muckertum, das sich durch die kompletten 90 Minuten zieht. Vor wirklich jedem Song setzt irgendjemand irgendein Solo oder Instrumental an. Das völlig ekstatische Publikum stört sich jedoch keineswegs daran. Zu sehr lechzen sie nach dieser großen Band, nach ihrer Präsenz, nach dem Fakt, dass sie tatsächlich gerade hier in Lissabon sind. Diese 20.000 Portugiesen packen 80.000 Hurricane-Besucher locker in die Tasche, wenn es darum geht, die Festival-Anlage zu übertönen.

Es ist genau dieser Vibe, der das SBSR so angenehm macht. Man blickt ausnahmslos in glückliche Gesichter – was sicherlich auch am dauernden Gratis-Eis liegt –, Bands, wie The Orwells, mit denen man in unseren Gefilden niemanden mehr vor eine Festivalbühne lockt, werden gefeiert, als seien sie Musik-Apostel.

Ist Future derzeit der innovativste Rapper?

Die frohe Botschaft der friedlichen Feierei kann nicht einmal Pusha T erschüttern, der am Freitag stark beginnt, umso stärker abbaut und nach 25 Minuten plötzlich die Bühne verlässt. Hatten gerade noch tausende Kehlen seinen Part aus Kanye Wests „Runaway“ mitgerappt, steht nun ein sichtlich verwirrter DJ vor einer nicht minder verdutzten Menge. Versprühte der Rapper gerade noch Lust und Spaß, verpennt er jetzt seinen Einsatz bei „So Appalled“, mit dem sein Back-Up ihn wieder vors Publikum locken will.

Wesentlich seriöser zieht da Future seinen Gig durch. Der Freitagabend-Headliner wird äußerst ambivalent rezipiert. Sehen die einen in ihm den aktuell innovativsten Rapper, halten ihn andere für völlig überbewertet. ich tendierte stets zu zweiterem und fühle mich nach dem Live-Erlebnis völlig in meiner Meinung bestätigt. Musikalische Variationen gibt es gleich Null, zu hören kriegt man einen 100-minütigen Einheitsbrei aus bollernden Trap-Beats und monotonen Bars. Aufgepeppt wird das ganze nur durch drei ADHS-Kids, die, wohl als Tänzer gedacht, über die Bühne hüpfen und zeigen, wie sehr sie ihre Arme verrenken können. Am Ende hat Future knapp 30 Tracks angespielt, dabei jedoch keinen einzigen bleibenden Moment kreiert.

Danke Gratis-Eis Energie für Fatboy Slim

Für eine weitere Überraschung sorgen am abschließenden Samstag ausgerechnet die Radio-Gespenster von Foster The People. Wer würde beim Hören von „Pumped Up Kicks“ schon einen Schlag ultramaskuliner Möchtegern-Rockstars vermuten? Sänger Mark Foster, zu Beginn in einer schweren Leder-Biker-Jacke gekleidet, ist einen großen Teil des Konzertes damit beschäftigt, seine pomadige Frisur zurückzukämmen und sein Shirt kess hochzukrempeln, damit auch der Letzte im weiten Rund der MEO Arena einen Blick auf sein hochgradig peinliches Nackedei-Pin-Up-Girl-Tattoo auf seinem Spargel-Oberarm werfen kann. Was musikalisch hängen bleibt? Nicht viel. Die Songs des kommenden, neuen Albums SACRED HEARTS CLUB versickern, einzig „Pumped Up Kicks“ und das sehr gute „Coming of Age“ sorgen für Lebenszeichen des Publikums. Übrig bleibt die Erkenntnis, dass Foster The People auch die weiteren Jahre ein Dasein als Two-Hit-Wonder fristen werden.



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