The Elwins, Pet Shop Boys, Mayer Hawthorne und Midnight Juggernauts – die Alben der Woche vom 12. Juli 2013


The Elwins – And I Thank You

Um abzuheben, braucht es manchmal gar nicht viel. Das Klimpern einer akustischen Gitarre, ein sanft gezupfter Bass, eine verwehte Slide-Gitarre, eine schöne Melodie und schon kann’s losgehen: „Up in the sky with no aeroplane“, singt Matthew Sweeney. Dort oben über den Wolken ist die Freiheit vielleicht nicht gleich grenzenlos, aber doch immerhin groß genug, dass sich The Elwins nicht nur lautmalerische Refrainzeilen leisten können, sondern sich auch ansonsten einen Teufel darum scheren, was aktuelle Popmusik sein könnte. Für AND I THANK YOU haben sie stattdessen lieber wunderschöne Popsongs geschrieben und aufgenommen: zeitlos statt zeitgemäß. …weiter zur Rezension.

Pet Shop Boys – Electric

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass Neil Tennant und Chris Lowe mit ELYSIUM eine Platte veröffentlichten, die quasi ein Update des 1990 erschienenen BEHAVIOUR war. Eine eher sentimentale, retrospektive Angelegenheit, die Stimmungen transportierte, aber keine verändern oder gar schaffen wollte und deren Semi-Hit „Winner“ doch etwas hingeschlonzt wirkte, wie eine launige, bittere Pflichterfüllung. Ob von diesen Aufnahmen Material übrig blieb oder ob die beiden nach all der Einkehr doch das Bedürfnis verspürten, Kernkompentenz in Sachen Bumm zu beweisen, ist nicht bekannt… …weiter zur Rezension

Mayer Hawthorne – Where Does This Door Go

Der aus der Gegend von Detroit stammende und heute in Los Angeles lebende Sänger ist bei uns erst einige Jahre bekannt. Dennoch muss er langsam zeigen, wozu er imstande ist. Ewig wird sein Retro-Soul-Trick allein nicht tragfähig genug sein, auch wenn er den wirklich gut beherrscht. Das hat Mayer Hawthorne offensichtlich begriffen. Zum ersten Mal wagt er sich in Nebengebiete des Soul vor. Ein wichtiger Bezugspunkt sind Steely Dan, die in „Back Seat Lover“ und „The Stars Are Ours“ Spuren hinterlassen haben. …weiter zur Rezension. 

Midnight Juggernauts – Uncanny Valley

Vincent Vendetta, Andrew Szekeres und Daniel Stricker haben es schon länger verdient, dass man sie richtig abfeiert. Allerdings stand dem anfangs ein Missverständnis entgegen. Man unterstellte ihnen, dass sie unter dem Namen Midnight Juggernauts im Windschatten der von Ed Banger und Justice initiierten Elektro-Randale Kapital schlagen wollten. Ganz schuldlos daran waren sie nicht. Die Beats ballerten recht heftig, gelegentlich rockte es. Man konnte sie leicht als Dance-Band für große Bühnen auffassen, nicht als intelligente Musiker mit konzeptionellem Unterbau. Aber genau das sind sie. Dieses Trio fühlt sich von Natur aus zur düsteren Seite hingezogen. …weiter zur Rezension.


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