„The Walking Dead“ und weitere Produktionen betroffen: US-Drehbuchautoren drohen mit Streik

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Schon ab dem 2. Mai könnte der Serien-Boom einen herben Dämpfer bekommen. Der Grund: Drehbuchautoren in den USA drohen mit Arbeitsniederlegung. Die Vereinigung der Autoren, die Writers Guild of America (WGA), hat ihre Mitglieder befragt. Im Ergebnis stimmen 96 Prozent für Streikmaßnahmen.

Der Hintergrund für die Drohung sind auslaufende Verträge mit den Drehbuchautoren und zu geringe Gagen. Die WGA hat zuletzt in Untersuchungen herausgefunden, dass die Einkommen der Autoren im Jahrgang 2015/2016 im Vergleich zu 2013/2014 um 23 Prozent gesunken seien. Gründe dafür seien kürzere Serien-Staffeln und die geringe Anzahl von Kinoproduktionen. Die WGA hofft nun, sich mit der Alliance of Motion Picture and Television Producers auf einen fairen Tarifvertrag einigen zu können.

Sollte dieser nicht zustande kommen, werden etliche Film- und Serienproduktionen ins Stocken geraten oder gänzlich vor dem Aus stehen. Betroffen ist zum Beispiel die AMC-Serie „The Walking Dead“. Die Produktion der kommenden Staffel sollte im Mai beginnen, ein Streik würde diese nun deutlich verzögern.

Der letzte Streik ist 10 Jahre her

Rund 400 Serien sollen 2017 in den USA gedreht werden. Während die Zugpferde von Fernsehsendern oder Streaming-Diensten wie Netflix die Verzögerungen beim Dreh überstehen können, würde ein Streik das Ende von Indie-Projekten oder kleineren Filmen und Serien bedeuten. Einige große Serien wie „Game of Thrones“, „Twin Peaks“ und „Orange is the New Black“, deren neue Staffeln anstehen, sind zum Glück für viele Fans nicht von dem Streik betroffen. Die Produktion ist in diesen Fällen schon weit genug fortgeschritten oder abgeschlossen. Die Marvel-Serien „Jessica Jones“ und „Luke Cage“ auf Netflix würden zum Beispiel in arge Schwierigkeiten bekommen, da gerade neue Episoden geschrieben werden.

Einen Streik gab es zuletzt 2007. Damals legten mehr als 10.000 Autoren die Arbeit nieder, Shows wie „Lost“ und „The Big Bang Theory“ erhielten kürzere Staffeln. Aus Solidarität mit den Autoren ließen Presse und Schauspieler die damalige Golden-Globe-Verleihung ausfallen, die Sieger wurden damals nur via Pressekonferenz verkündet.


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