Videopremiere: Loifior inszenieren sich (und ihre Postpunk-Leidenschaft) in „Nordlicht“

Loifior haben ein Problem, das in Wahrheit keines ist: Sie kommen aus Lüneburg und nicht aus London und damit aus einer Stadt, die als Mekka des Postpunk nicht unbedingt bekannt ist. Loifior aber spielen Postpunk und New Wave, und das auf eine so britische Art und Weise, dass man sie in der Indiedisco zwischen Joy Division, White Lies und The Rakes auflegen könnte, ohne gleich mit Bierbechern beworfen zu werden. Wenn da nur nicht ihr unüberhörbares Herkunftsland wäre: Loifior singen deutsche Texte, und wenn man damit nun voller Ambitionen und Tatendrang zum zweiten Mal nach England auf Tour geht – eben weil man eigentlich in Lüneburg wohnt und nicht in London – muss und will man mit Reaktionen rechnen.

Im Jahr 2015 tourten Loifior schon einmal durch die Heimat ihrer Helden und wussten mutmaßlich bereits im Vorfeld, dass sie davon so angetan sein würden, dass man es auf Film festhalten muss. Ihre für Freunde und kommende Fans selbstgedrehte Doku „Road To Manchester“ zeigt denn auch eine deutsche Band, die sich ehrlich über ihre Möglichkeiten freut und deren dortiger Exotenbonus sich gar als kleiner Vorteil entpuppte – die insgeheim vielleicht aber auch hofft, sich selbst vor dem Durchbruch gefilmt zu haben. Der steht nach einem Album und zwei EPs noch aus, aber ihre neue EP erscheint ja erst noch: „Nordlicht“ kommt am 24. März, und das Video zum mit Olaf Opal aufgenommenen Titeltrack feiert hier und jetzt Premiere. Damit keiner sagen kann, wir würden alles ignorieren, was Gitarren halten kann und diesseits des Ärmelkanals passiert.

Unser Eindruck: Natürlich polarisiert der Grad ihrer eigenen Britainisierung sowie die Chuzpe, mit der Loifior an ihre favorisierte Musik herangehen. Andererseits machen sie auch keinen Hehl daraus: „LOIFIOR setzt sich aus den beiden Wörtern Löwe und Vier zusammen. Der Name ist für die Band das Symbol ihrer musikalischen Heimat Großbritannien und strahlt die maximale Energie und Leidenschaft aus, mit welcher diese Löwen jede Bühne und jedes Publikum an sich reißen“, heißt es auf ihrer Homepage so gewollt wie selbstbewusst. Was soll’s: Zwischen Escapado, Sonah und Polarkreis 18 war doch schon immer noch ein bisschen Platz.

 


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