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Warum Kanye West sich ein Beispiel an Helmut Schmidt nehmen sollte

Kanye West schmückt sich gerne mit kontroversen Aussagen, die Musikfans generell in zwei Lager spaltet: Die eine Gruppe, meist eine Schar von Fans, hält ihn für ein Genie, die andere für einen größenwahnsinnigen Irren. Seine neuesten Aktionen werden vor allem Vertreter der zweiten Gruppe bestätigen.

Bei einem Konzert im kalifornischen San Jose (17. November) teilte er seinen Fans mit, dass er es bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 offenbar nicht für nötig hielt, selbst abzustimmen. Aber falls er dies getan hätte, hätte er für Trump gestimmt. Als darauf eine Mischung aus Zustimmung und Buh-Rufen aus dem Publikum kam, erklärte sich der Rapper. Er glaube nicht, dass Clinton oder Trump etwas für die schwarze Minderheit in den USA tun könnten. Die USA sei ein rassistisches Land und durch Trump outeten sich immer mehr Menschen als Rassisten, so Kanye.

Zwei Tage später bespielte Kanye eine Halle in Sacramento (19. November), ließ seine Fans rund 90 Minuten lang warten und verfiel nach kürzester Zeit wieder in eine ausschweifende Rede über Politik. Er griff Beyoncé und Jay Z dafür an, dass die beiden Hillary Clinton unterstützt hatten, behauptete Jay Z könnte Auftragskiller auf ihn hetzen, kritisierte Präsident Obama für sein Streben nach Perfektion, die keinerlei Veränderung mit sich bringe. Nach einer knappen halben Stunde, nur drei Songs und einer langen Rede, in der Kanye zwar mal wieder große Töne spuckte, was seine Visionen für das Land betrifft, jedoch nicht weiter ins Detail ging, beendete er die Show.

Es scheint als habe Kanye West bereits seine persönliche Wahl-Kampagne für 2020 gestartet. Immerhin fühlt er sich dazu berufen, das höchste politische Amt der USA bekleiden zu können. Doch während diese Idee manchen kurz nach der Wahl von Donald Trump als äußerst sympathisch erschien, machen Kanyes Fehlgriffe der vergangenen Tage alles zunichte. Denn der Rapper hielt noch eine „Überraschung“ bereit: Das Ersatzkonzert in Los Angeles, das er wegen der abgebrochenen Show am 3. November (damals hatte seine Stimme versagt) spielen wollte, ist nun abgesagt worden. Die Fans sind verständlicherweise alles andere als begeistert, aber erhalten ihr Geld zu 100 Prozent zurück.

Snoop Dogg fragt sich, welche Drogen Kanye West wohl nehme

Ausgerechnet Snopp Dogg meldete sich nun via Twitter zu Wort und stellte fest, dass Kanye wahrscheinlich auf Drogen sei. Aber es könne nicht Marihuana sein – und da kennt sich Snopp Dogg ja bestens aus – es müsse sich um etwas ganz anderes handeln. Das würde immerhin eine halbwegs plausible Erklärung für Kanyes Verhalten und seine angeblichen Visionen, die er nicht näher erklärt, liefern. Denn wie einst der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“.

Wir hoffen, Kanye hat die freien Tage dazu genutzt einen Arzt oder zumindest etwas Ruhe aufzusuchen. Sein nächstes Konzert steht am 22. November im kalifornischen Fresno an. Es stellt sich die Frage, ob die Fans dort mehr Glück haben und ein Konzert genießen dürfen, das Kanye übrigens auf einer extravaganten, in der Luft schwebenden Bühne spielt, oder erneut Zeugen eines Kanye’schen Vortrags werden.


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