Diese 5 Weihnachtsfilme erschlagen Euch nicht gleich vor Kitsch

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Platz 5: The Nightmare Before Christmas

Mehr als 20 Jahre hat die Tim-Burton-Produktion „ The Nightmare Before Christmas“ (Regie: Henry Selick) bereits auf dem monströsen Buckel, an bitterbösem und schwarzhumorigem Charme eingebüßt hat sie seither noch gar nichts. Im Gegenteil. Gerade dann, wenn schmierige kleine Lords und andere rührselige Fest- und Feiertagsretter das TV-Programm süßlich verkleben, ist es eine Wohltat, Burtons morbider Weihnachtsfantasie ins Städtchen Halloween Town zu folgen.

Geht immer: „The Nightmare Before Christmas“

Hier leidet der arme Jack Skellington gar schrecklich unter dem sich jedes Jahr aufs Neue wiederholenden Grusel, weshalb er einen Besuch in Christmas Town zum Anlass nimmt, die ganze schöne Geschenkemacherei einfach zu kapern. Während der gute Nikolaus beim Boogeyman gar schrecklich gefoltert wird, lässt Jack die Halloweenianer monströse Geschenke basteln, die für Furcht und Schrecken statt Friede und Eintracht unter den armen Menschenkindern sorgen. Freilich: Um ein Happy-End kommt auch dieser „Albtraum“ nicht herum. Aber bis es so weit ist, lässt sich hier trefflich mit weihnachtlichen Traditionen brechen.

Platz 4: Buddy, der Weihnachtself

Will Ferrell ist „Buddy, der Weihnachtself“

Die Grundsituation erinnert hier an die des großen Steve Martin, der sich als Findelkind in „Reichtum ist keine Schande“ tatsächlich für einen Afroamerikaner hält. Nur dass es im Falle von „Buddy“ ein menschliches Kind ist, das durch Zufall im Nikolaussack und so am Nordpol landet. Hier wächst Buddy unter Weihnachtselfen auf und merkt erst spät (und dank seiner exorbitanten Größe), dass er gar nicht einer von ihnen ist.

Auf der Suche nach seinen wahren Eltern verschlägt es ihn daraufhin nach New York, wo er mit seiner märchenhaften Fantasie Unruhe stiftet und sich in das „New Girl“ Zooey Deschanel verlieben darf. Regie geführt hat übrigens Jon Favreau, der dafür gesorgt hat, dass sich Will Ferrels Albern- und Geschmacklosigkeiten und familienfreundlicher Weihnachtsgeist in etwa die Waage halten.

Platz 3: Die Glücksritter

Nicht nur einer der ganz wenigen Filme, in denen uns Eddie Murphy ausdrücklich nicht auf die Nerven geht, sondern auch die potenzielle Blaupause für den Jahre später zur Legende gewordenen Nikolaus-Auftritt eines gewissen Billy Bob Thornton: „Die Glücksritter“ von John Landis, die vor 30 Jahren ihre Premiere feierten und mit ihrer kapitalismuskritischen Botschaft auch heute noch auf fruchtbaren Boden fallen dürften.

Godfather of „Bad Santa“: Dan Aykroyd in „Die Glücksritter“

Zwei Börsenmakler wetten hier um den symbolischen Betrag von einem Dollar, ob eher Gene oder Erziehung und Umfeld eines Menschen für dessen Erfolg verantwortlich sind. Weshalb sie aus einem findigen Bettler (Eddie Murphy) ihren neuen Geschäftsführer machen und dessen Vorgänger (Dan Aykroyd) sämtlicher Privilegien berauben. Wenn letzterer schließlich in der Gosse und im vollgekotzten Nikolauskostüm landet, ist auch für uns der Punkt erreicht, an dem wir am Geist der Weihnacht zu zweifeln beginnen. Herrlich!

Platz 2: Schöne Bescherung

Dass die „ Schöne Bescherung“ in Deutschland auch den Alternativtitel „ Hilfe, es weihnachtet sehr“ trägt, passt eigentlich ganz gut zum Qualitätsstandard, der hier zu erwarten ist: Klassische und höchst alberne Komödienkost nämlich, wie sie auch in vergleichbaren Weihnachtshighlights wie „Harold & Kumar – Alle Jahre wieder“ für Schenkelklopfer sorgen soll. Warum es der Film von 1989 trotzdem in unsere Top 5 geschafft hat? Es handelt sich um ein weiteres Abenteuer der Familie Griswold aus der „National Lampoon“-Reihe und Chevy Chase war vor Will Ferrell unsere große komödiantische US-Ikone.

Chevy Chase als glückloser Familienvater Clark Griswold in „Schöne Bescherung“

Inhaltlich wird in „Schöne Bescherung“ freilich alles abgefrühstückt, was es an Weihnachtsklischeés, zumal in den USA, abzufrühstücken gibt. Überdimensionale und selbst „geerntete“ Weihnachtsbäume, stromversorgungterminierende Lichterketten, verwechselte Geschenke, und und und. Aber gerade an Weihnachten darf und soll es ruhig mal das sein, was wir schon x-mal gesehen haben. Vor allem, wenn uns erst beim dritten Mal auffällt, dass die Griswold-Tochter von keiner Geringeren als Juliette Lewis gespielt wird.

Platz 1: Bad Santa

Es gibt schlicht kein besseres Heilmittel gegen den überzuckerten Feiertagswahn als den längst schon legendären „ Bad Santa“, der für uns seit neun Jahren zum Weihnachtsritual gehört wie – auf der anderen Seite der Wohlfühlskala – „Ist das Leben nicht schön“.

Der wohl beste andere Weihnachtsfilm aller Zeiten: „Bad Santa“

Für Billy Bob Thorntons Willie T. Stokes ist es das nämlich nicht. Seit Jahren beleidigt er als heruntergekommener Kaufhausweihnachtsmann Kinder und deren Eltern, reißt sexistische Sprüche und ist die meiste Zeit über betrunken. Was nur halb so schlimm wäre, würde er zusammen mit seinem (kleinwüchsigen) Buddy Marcus seine Arbeitgeber nicht auch noch ausrauben. In einer Pervertierung des „Scrooge“- beziehungsweise „Kleiner Lord“ -Prinzips ist es auch hier ein Junge, der ein paar gute Seiten in ihm zum Vorschein bringt. Denn der dickliche Thurman hält mit eisernem Willen an seinem Glauben an den Weihnachtsmann fest. Und macht aus Willie so auch noch einen annähernd guten Menschen. Glücklicherweise aber nur fast…

Dabei gehen Terry Zwigoff und sein Hauptdarsteller Thornton (auch Bill Murray und Jack Nicholson waren für den Part im Gespräch) keinerlei Kompromisse ein, um auch wirklich den letzten Rest Weihnachtsfeeling mit dem Absatz in die Tonne zu treten. Hier wird geflucht, gesoffen und seelisch verkrüppelt, bis kaum mehr etwas von positiver Message zu spüren ist. Und wenn die am Ende dann doch noch um die Ecke gebogen kommt, ist man fast schon froh über den kleinen Zipfel Menschlichkeit, der am Ende doch noch einen Weihnachtsfilm aus diesem „Bad Santa“ werden lässt.

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