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Nachruf

Zum Tod von Gabi Delgado: Er und die Wirklichkeit – ein Nachruf

 

Die großen DAF-Jahre waren 1980 und 1981: „Verschwende deine Jugend“ und „Ich und die Wirklichkeit“, „Der Mussolini“ und „Der Räuber und der Prinz“ – Generationendefinitionen und Existenzialismus, Diktatorentänze und homoerotische Fantasien: Gabi Delgado sang, was sonst niemand sang. DAF kamen damit in die Charts, beeinflussten sowohl den Underground als auch den Mainstream, denn hätte es Frankie Goes To Hollywood ohne die Vorarbeit aus Deutschland gegeben? 1982 stoppte das Unternehmen DAF für eine Zeit, Delgado ging nach Berlin, stürzte sich in die aufregende und neue House- und Techno-Szene von Berlin, war einer der Pioniere in diesem Milieu, gründete Partyreihen und Labels.

Gabi Delgado freute sich auch darüber, dass DAF im Verlauf der 00er-Jahre in Deutschland noch einmal neu entdeckt wurden: Immer mehr begriffen, dass das Duo kein Ausnahmephänomen der Neuen Deutschen Welle war, sondern tatsächlich ein revolutionärer Act. 2018 spielten DAF vor 20.000 Leuten als Support für Depeche Mode, wobei sich insbesondere Martin Gore als großer Fan kaum beklagt hätte, wäre seine Band im Vorprogramm der Helden seiner Jugend aufgetreten. Wie Gabi Delgado auf dieses Angebot reagiert hätte? Wohl mit einem überaus freundlichen: „Danke, aber macht ihr mal.“ Begleitet von diesem Lächeln, von dem alle, die ihn näher kannten, wussten: Es ist echt.



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