15 Nashville

Wahlkampfzeit in Nashville, präsentiert in einer meisterhaften Inszenierung, die sich wie eine gigantische Simultan-Liveübertragung von fünf verdichteten Tagen aus Amerikas Country- Hauptstadt anfühlt, mit 24 Hauptdarstellern in einem virtuosen Geflecht unterschiedlicher Erzählstränge, die mal nebeneinander her laufen, mal zusammen geführt werden. Robert Altman erreicht einen geradezu dokumentarisch wirkenden Grad an Natürlichkeit, richtet den Blick auf die Korruptheit des reaktionären Country-Business und des Politgeschäfts gleichermaßen und fängt die Zeitstimmung im Post-Watergate-Amerika genial ein. Einige der Darsteller (Ronee Blakley, Karen Black und allen voran Keith Carradine) haben ihre Songs für den Film selbst geschrieben.

Szenenapplaus: Die Kellnerin Sueleen Gay, die von einer Karriere als Sängerin träumt, lässt sich bei einer Wahlkampfveranstaltung zu einem Auftritt als Stripperin drängen-peinlicher und schmerzhafter als in dieser Sequenz lässt sich kaum zeigen, was „das Biz“ (und falscher Ehrgeiz) mit Menschen mitunter anstellen.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.