6 The Last Waltz

1978, Regie: Martin Scorsese

Das Abschiedskonzert der Americana-Pioniere The Band inszenierte Regie-Großmeister Martin Scorsese in der Saloon-artig plüschigen Kulisse des Winterland Ballroom in San Francisco zu Recht mit der wehmütigen Aura eines Spätwesterns. Schließlich war es das Dokument einer Zeitenwende: Das Punk-Unwetter und das Disco-Inferno waren längst heraufgezogen, und nicht nur The Band-Gitarrist Robbie Robertson spürte, „dass irgendwie das Ende einer Ära erreicht war“.

Obwohl Robertson & Co. sich in den langen Jahren on the road eigentlich müde getourt hatten, puschten sie in einer letzten trotzigen Kraftaufwallung und in der Manier von Outlaws in ihrem letzten Feuergefecht sich und ihre ebenfalls angewitterten Weggefährten (Bob Dylan, Neil Young, Eric Clapton, Van Morrison, Neil Diamond, Muddy Waters, Dr.John, Paul Butterfield, Ron Wood.Joni Mitchell und Emmylou Harris) zu energetischen, denkwürdigen Performances. Ein Team von Weltklasse-Kameraleuten fing das Geschehen auf der Bühne mit mirakulöser lntimität ein. Ein Superklassiker.

Szenenapplaus: Ein glänzend aufgelegter Bob Dylan führt beim großen Allstar-Finale mit „I Shall Be Relased“ die Meute mit der stillen Autorität eines Hippie-Napoleon an.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.