Christian Ulmen: Sender ziehen Inhalte nach Vorwürfen zurück

RTL+ hat alle Inhalte mit Christian Ulmen offline genommen, Joyn stoppte „jerks.“ – und eine Tatort-Folge steht auf dem Prüfstand. Ein Überblick über alle Reaktionen.

Vor Kurzem wurden schwere Vorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen seitens seiner Ex-Frau Collien Fernandes bekannt. Über Jahre soll er gefälschte pornografische Inhalte von ihr erstellt und verbreitet haben.

Während sich ein spanisches Gericht in einer frühen Phase der Ermittlungen zurückhaltend äußerte, zeigt die mediale und institutionelle Reaktion in Deutschland, welche Tragweite der Fall entwickelt hat.

Konsequenzen für Ulmen

Die ersten Konsequenzen zeigen sich im Programmbereich. Sender und Plattformen prüfen Inhalte mit Ulmen neu oder ziehen sie vorübergehend zurück. RTL+ hat nach eigenen Angaben alle Inhalte mit Ulmen offline genommen. Zudem nahm der Streamingdienst Joyn seine Serie „jerks.“ aus dem Angebot.

Eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion gab auf die Frage, was mit Christian Ulmens „Tatort“-Folgen  passiert, bei „rtl.de“ an: „Wir haben uns mit den öffentlich gewordenen Vorwürfen rund um Christian Ulmen befasst und ihn angesichts der Tragweite um eine Stellungnahme gebeten. Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und behalten uns weitere Schritte vor.“ Aktuell hält die ARD alle seine Episoden in der Mediathek online.

Eine „Tatort“-Folge mit ihm sollte am 15. April vom MDR ausgestrahlt werden. Auf Anfrage von „T-Online“ erklärte der Sender: „Wir befinden uns in der internen Prüfung.“ Eine Entscheidung hat der MDR noch nicht getroffen.

Parallel dazu geraten auch Ulmens geschäftliche Strukturen ins Wanken. Seine Produktionsfirma „Pyjama Pictures“ möchte strukturelle Veränderungen, in deren Zuge Ulmen Anteile abgeben könnte. Auf ihren Social-Media-Kanälen schreibt die Firma: „Auch wenn die Unschuldsvermutung gilt, sind wir zum Schutz der Firma bereits mit Christian Ulmen im Gespräch, seine Gesellschafteranteile zurückzugeben“. Auch zeigen sie sich solidarisch mit jeglichen Opfern von Gewalt: „Unsere ganze Loyalität und Empathie gilt Collien Fernandes, sowie allen Opfern von sexuellem, physischem, sowie emotionalen Missbrauch. Wir verurteilen Gewalt jeglicher Natur – analog und digital.“ Zudem heißt es, dass aktuell keine neuen Projekte mit ihm vorgesehen sind. In einer projektbasierten Branche kommt das einem faktischen Stillstand gleich.

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Auch Werbepartner reagieren: Die „Shop Apotheke“ stoppte die Ausstrahlung des Werbespots mit Ulmen und Fernandes.

„The Au Pair“ auf der Kippe?

2025 produzierte er eine Serie, die unter dem Arbeitstitel „The Au Pair“ entwickelt wurde. Innerhalb des Projekts nahm Christian Ulmen eine zentrale kreative Rolle ein – als Showrunner, Regisseur und Hauptdarsteller.

Nach Angaben von Joyn gegenüber „DWDL“ befindet sich das Format weiterhin in Produktion: „Die Serie ist noch in Produktion. Die Ausstrahlung der Serie ist für dieses Jahr nicht eingeplant. Unabhängig davon gilt eine wichtige Säule des Rechtsstaatsprinzips: die Unschuldsvermutung.“

Ulmens öffentliche Persona war stets eng verknüpft mit Provokation. Formate wie „Mein neuer Freund“ oder auch „Who Wants to Fuck My Girlfriend“ setzten auf Grenzüberschreitung und eine Art der Übersexualisierung, die oft als postpubertärer Humor gelesen wird.