Wolfgang Niedekens BAP – Hamburg, Logo

Neben meinem Spitznamen „Das Tier“ heiß ich bei einigen Leutchen auch „Der Kölsche“. Mag an meiner Herkunft und dem recht breiten Hochdeutsch liegen.

Was wird wohl passieren, wenn so ein kölsches Tier ins Logo geht, und da spielt ’ne Band, die gut avrockt, kölsch singt und deren Bandleader Wolfgang Niedeken in einer Minute mehr Humor versprüht als „Hallo“ Ilja Richter in allen seinen bisherigen Sendungen unter die Leute gebracht hat? Erraten! Es fährt völlig ab.

Und das bin ich wirklich – doch was mich verwunderte: auch die Fischköppe (Norddeutsche), die neben 85% Rheinländern auch vereinzelt anwesend waren, hatten ihren Spaß. Obwohl es anfangs sicher zwischen ihnen und der Band sprachliche Verständigungsschwierigkeiten gab. Doch Niedekens Humor ist so einnehmend, daß selbst der sturste Fischkopp darauf avjagen muß. Welcher Musiker kann es sich schon erlauben, ohne Unmut des Publikums minutenlang Sprüche zu klopfen. Und diese Sprüche waren ebenso direkt und beißend-ironisch wie seine tollen Songtexte.

Fast genauso stark packte mich die musikalische Seite. Die Band spielt mit reichlich Power, zudem schreiben Niedekan und Gitarrist Klaus Heuser gut ins Ohr gehende Songs. Wenn Niedeken dann auf seinen Jung-Dylan-Trip (git + harm) geht, kommt es zwar etwas ruhiger, doch allein seine witzige Art kann das Publikum stets fesseln. Der Mann ist, wie man in Köln so schön sagt, ein perfekter Ententrainer – und zum Glück einer, der selbst noch reichlich Spaß daran hat.

Also ohne jeden Lokalpatriotismus kann ich jedem, der gern lacht, nur raten, bei BAP mal reinzugucken. Riesenstimmung und ordentliches Avrocken sind garantiert. Doch Vorsicht!! Ein BAP-Abend animiert zu kräftigem Bierkonsum. Ich spreche aus Erfahrung.

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