Sticheln für die Ewigkeit

Nur im Berufsstand der Rock-Musiker – läßt man Matrosen und Schwerverbrecher mal außen vor – gibt es so viele Masochisten, die sich freiwillig von der Tattoo-Nadel quälen lassen. Und nicht immer steckt so hehrer Kunst-Anspruch dahinter, wie bei den Red Hot Chili Peppers, die „ihren Körper als Gesamtkunstwerk“ sehen, „den wir ja auch in seiner reinen Nacktheit live auf der Bühne herzeigen.“ Für Tattoo-Vorbild Johnny Winter (links) zum Beispiel sind die bunten Bildchen willkommener Ersatz für beengende Bühnen-Klamotten: „Mein grellweißer Oberkörper wäre ziemlich häßlich. Mit der Tätowierung sieht es so aus, als hätte ich eine bunte Hippie-Jacke an.“

Ähnlich pragmatisch sehen das Angry Anderson von Rose Tattoo („Ich laß mir alles drauf machen, was halbwegs nach Rock’n’Roll aussieht“) und Guns n’Roses-Sänger Axl, wie sein Gitarrist Slash am Oberarm von dem Band-Logo geziert: „Ich wollte eine wirklich bleibende Erinnerung an die verdammt harte Anfangszeit der Band haben. Der Plattenfirma hat das Motiv dann so gut gefallen, daß sie es gleich zum LP-Cover gemacht haben.“

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.