Bettie Serveert

Ball verkehrt in Amsterdam. Die Frontfrau der hollandischen Collegerocker Bettie Serveert heißt nicht etwa Bettie, sondern Carol. Genauer: Carol van Dijk. Und bei aller Melancholie in seiner Musik hat dieses Meisje den Schalk im Nacken. Der Name von van Dijks Band nämlich — man ahnt es schon — findet sich im gesamten Carol-Clan nicht in einem einzigen Personalausweis. Statt dessen haben die Holländer sich seinerzeit bei einer berühmten Landsfrau bedient. Ihr Gruppenname geht auf die niederländische Tennisspielerin Bettie Stove zurück, die im Dameneinzel von Wimbledon 1977 ihrer Konkurrentin Virginia Wade unterlag. Auf der Suche nach einem geeigneten Band-Namen wurde aus Bettie Stove nach einigem Überlegen Bettie Serveert, was ins Deutsche übersetzt soviel bedeutet wie ‚Bettie serviert‘. Doch während die wahre Bettie dereinst auf dem Centre Court wuchtige Bälle servierte, setzen ihre musikalischen Nachfahren auf die Kraft der Musik. Und das nicht ohne Erfolg. In England und Amerika wird Bettie Serveerts bittersüßer Mix aus Stromgitarren und Folkharmonien bereits in den höchsten Tönen gelobt. Deutschland dagegen hinkt bislang noch hinterher — was sich jedoch durch den faszinierenden Ton der aktuellen CD ‚Lamprey‘ schnell und verdienterweise ändern könnte. Sollte der ganz große Erfolg trotz ganz guter Platte ausbleiben, können sich die vier aus Käse-Country mit ihrer Namensgeberin trösten. Die verlor zwar im Finale, klasse aber war sie trotzdem. Aktuelles Album: Lamprey (RTD)

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