Timothy Leary schickt seine Seele in den Cyberspace

Der Mann stirbt multi-medial. Tim Leary, LSD-Papst der 6oer Jahre, leidet an fortgeschrittenem Prostatakrebs und erwartet dieser Tage seinen Tod. Gelassen. In seinem Haus im Los Angeles-Edelstadtteil Bei Air sitzt er am Rollstuhl gefesselt und läßt sein Ableben von einer Gruppe gläubiger Teenies auf Video aufzeichnen, um den Moment seines Todes live ins Internet zu speisen. Dort hat er schon seit einiger Zeit seine eigene Web-Site, auf der er Besucher durch sein mit Kunstwerken modemer Künstler vollgestopftes Domizil führt (htp://www.leary.com.) Während einer Spaghetti-Party des amerikanischen SPIN-Herausgebers Bob Guccione Jr. in Learys Wohnzimmer sprach der vom Tod gezeichnete, aber geistig klare 75jährige Acid-Guru mit ME/Sounds über seinen Zustand. „Es geht mir trotz ‚Lady Krebs‘ erstaunlich gut“, und rassselt laut lachend eine Apothekenliste von einem halben Dutzend illegaler Substanzen runter, die er mehrmals täglich einwirft. „Nur Schmerztabletten nehme ich keine!“

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.