Backstreet Voice

Aus der Einöde auf die Bluesbühne: Jonny Lang

Schließt man die Augen und hört Jonny Lang einfach nur zu, könnte man meinen, da singt einer, der den größten Teil seines Lebens in düsteren Spelunken zugebracht hat. Ein Blueser, der das Leid gesehen hat und die Zähne morgens mit einer Karaffe Whiskey spült. Weit gefehlt: Jonny Lang zählt gerade zarte sechzehn Jahre, und die hat er in einem verschlafenen Nest in North Dakota, irgendwo im amerikanischen Hinterland verbracht. Während sich seine Altersgenossen bei High School-Sport und ersten Dates amüsierten, saß Klein-Jonny zu-Hause im stillen Kämmerlein und übte auf seiner Gitarre, bis die Finger bluteten. Inzwischen hat der Saiten-Teenager in der US-Szene Furore gemacht. Der alte Blues-Haudege Jimmy Thackery ließ sich sogar zu der Bemerkung hinreißen: „Jonny spielt so verdammt gut, ich würde ihm am liebsten die Finger brechen.“ Das sollte er besser lassen, denn Jonnys fabelhaftes Major-Debüt „Lie To Me“, auf dem er die Bandbreite des Blues‘ souverän und geschmackssicher beackert, zeigt: Dieser Junge hat Zukunft.

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