43. Mit Pfefferminz bin ich

Es gab Zeiten, da war Marius Müller-Westernhagen richtig mutig. Oder war er naiv? Das, was „Short People“ für Randy Newman, ist „Dicke“ für Westernhagen: ein Song mit perfider Selbstironie, die von den Simpelgestrickten allerdings nicht verstanden wurde. Der Mob möchte es halt plakativer. Ja, das mit dem Pfefferminz, der sich so wunderbar auf Prinz reimt, das war so recht nach dem Geschmack des einfachen Volkes. Westernhagens Durchbruch als Rockmusiker gelang nach drei eher durchwachsenen Alben im Jahre 1978, unmittelbar, bevor er als Theo gegen den Rest der Welt kämpfte und damit zum Kinostar avancierte. Damals war er wohl tatsächlich jener Tunichtgut, der mit 18 in Düsseldorf herumrannte und seine Gagen beim Hühner-Hugo verfraß. Ein Teufelskerl halt, mit Rock’n’Roll im Blut.

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