Husky Rescue


Eis. Weite. Schlittenspuren. Und trotzdem warm, irgendwie.

Beschreiben Musiker ihre Platte als „Soundtrack zu einem imaginären Film“, heißt das, dass sie keine Songs schreiben können und deshalb atmosphärische Klanglandschaften erschaffen. Doch natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel: Das Projekt Husky Rescue zum Beispiel begann vor drei Jahren in Helsinki, als Marko Nyberg, „stark beeinflusst von der Kraft von Filmen und der hypnotischen Qualität von Fotografie und Malerei, filmische Musik komponieren wollte“. Für sein Debüt-Album COUNTRY FALLS nahm er mit nicht weniger als 20 Sängern und Musikern aus seinem Freundeskreis Sessions auf, um aus all dem Material die melancholischen, glitzernden Songs zu zimmern, die so unüberhörbar nach Eis, nach Lappland und langen Wintern klingen, ohne doch je zu formlosen, frostigen Klangwüsten zu verschwimmen. Obwohl Husky Rescue auf der Website der Band als „Ein-Mann-Projekt“ bezeichnet wird, ist Nyberg, der sich gleichermaßen von Lars von Trier, Russ Meyer, Wim Wenders, skandinavischer Architektur, französischem Impressionismus und Philip Glass beeinflusst fühlt, doch nicht allein am Werk. So schrieb die meisten Texte etwa Miikka Lommi, gehaucht und gesungen wurden sie von Emma Salokoski und vor allem der 20-jährigen Reeta Leena Korhola.. „Ich will Musik erschaffen, diedirdas Gefühlgibt, dass dich jemand im Arm hält“, sagt Nyberg. Dass er gleichzeitig mit dem Klang seines Debüts assoziiert, dass „David Lynch auf die nachttose Nacht in Lappland trifft “ mag widersprüchlich erscheinen (wobei -will uns nicht auch David Lynch mit seinen Filmen in die Arme nehmen, um uns dann mit der kalten Hand die Eingeweide durch den Bauchnabel zu ziehen? I, in der Gedankenwelt des Finnen aber ist es stimmig. „Bambi trifft auf den bösen Wolf und die beiden werden Freunde“, setzt er erklärend hinzu, und wir geben auf. Der Intellekt kann sowieso nur stören beim Umherschweifen in diesen warmen, weiten und vielleicht auch ein wenig gespenstischen Klangbildern, die auf langen Zug- oder Autofahrten fantastische Perspektiven eröffnen können.