Andreas Kletzin über: Leinemann „Last Train To San Fernando“

Wer diese Band mit der ’85er-Hit-Single „Mein Tuut Tuut“ assoziiert, liegt richtig – und doch falsch. Denn die 1969 gegründete „First National Ragtime-Rock & Skiffle Group“, die als Keimzelle der „Hamburger Szene gilt und laut „Stern“ „mit ihrer Mixtur … eine neue Ära der deutschen Pop-Szene einläutete“, hatte Anfang bis Mitte der 70er eine ganze Palette sehr leckerer Alben eingespielt, bevor sie sich – mit deutlich verändertem Line-up – in die Niederungen des Schlagers verirrte. „Last Train To San Fernando“ indes entstand noch mit der besten Leinemann-Besetzung ever; am Honkytonk-Piano etwa saß damals Panikrocker Gottfried „Der Clou“ Böttger, während Ulf „the living Hamburg legend“ Krüger, heute ein erfolgreicher Producer und Autor, das Waschbrett schrubbte. Die Songs: Famose Covers von Jerry Lee Lewis‚ „High-School Confidential“ und Joe Souths „Games People Play“, kernig aufgepeppte Traditionais („Puttin‘ On The Style“, „Gambling Man“, „Keep On Truckin'“) plus eigene Kreationen. Stinkt mir noch heute, dass es mir nie vergönnt war, die Jungs mal live zu erleben – aber das wird bei Gelegenheit nachgeholt, stellte sich bei der Recherche für diese Zeilen doch heraus, dass die Nordlichter heute gelegentlich wieder in Originalbesetzung skifflen. Jungs, wir sehen uns!

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