Beat Rodeo

Für deutsche Gruppen scheint es mittlerweile fast schon normal zu sein, den Umweg über eine US-Karriere zu nehmen, um dann mit dem Etikett „Auf dem Weltmarkt getestet und für gut befunden“ auch bei uns Gehör zu finden. Daß viele amerikanische Bands – kaum vorstellbar, aber wahr – mit vergleichbaren Problemen kämpfen, zeigt das Beispiel Beat Rodeo. Sie fanden nach vergeblichen Mühen in ihrer US-Heimat erst im Berliner Burkhardt „Zensor“ Seiler einen Labelchef, der ihre kolossale Kreativität erkannte und sie unter Vertrag nahm.

Sein Mut zum Risiko zahlte sich aus: Beat Rodeo erhielten für den schmissigen Country-Pop ihres Debüts STAYING OUT LATE durch die Bank hervorragende Kritiken, die Resonanz beim Publikum war dementsprechend. Kein Wunder: Die Platte ist voller Drei-Minuten-Songs mit ansteckenden hooklines. Ohrwürmer am Fließband sozusagen.

Obwohl die Gruppe Countrybeat, Rockabilly und Westernswing spielt, paßt sie nicht ohne weiteres ins aktuelle Country-Revival. Denn während Bands wie Jason & The Scorchers und Rank & File die ländliche Tradition des Country & Western betonen, zeigt uns Beat Rodeo in klassischen Popsong-Strukturen eher die großstädtische Variante. Songschreiber Steve Almaas (mit Punk-Vergangenheit bei Suicide Commando und den legendären Bongos) orientiert sich zwar am urbanen Pop- und Bill Schunks Gitarrenspiel hat viel vom Beat de 60er, aber der Rodeo-Beat hat auch alles, was gute Countrymusik braucht: herzzerreißende Geschichten, Pioniergeist, Heimweh-Lamento, echtes Gefühl einfach die ganze Seelen-Chose.

Gerade hat die Band mit „One To Become Two“ einen neuen Song für die nächste Single eingespielt, in den nächsten Tagen geht’s mit neu« Backline (Dan Prater -b, Mike Osborne – dr) auf 16 Städte-Tour durch die BRD- und anschließend soll mit Hilfe von Mitch Easter (R.E.M.-Produzent) und Don Oixon das zweite Album aufgenommen werden, das Beat Rodeo dann hoffentlich auch den Durchbruch in den USA beschert.

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