Blumfeld – Old Nobody

Die diskursgestählten Freunde der vorangegangenen Veröffentlichungen waren geschockt, als dieses poppigste aller Blumfeld-Alben erschien. Ordentlich gekämmt grinsten vier Jungs vom Cover, auf dem Chartradio-kompatiblen „Tausend Tränen Tief“ croonte Jochen Distelmeyer aus tiefsten Herzen, und zwei Drittel der Songs verhandelten Zwischenmenschliches. Auch musikalisch war OLD NOBODY eine Hinwendung zum Pop. Doch die System kritik war nicht verschwunden, wie das brillant assoziationsreiche „So lebe ich“ bewies. Und spätestens live merkte man, dass keine Welten zwischen L’ETAT ET MOI und den relaunchten Blumfeld lagen, dass OLD NOBODY eine fruchtbare und konsequente Weiterentwicklung war.

ME 2/1999:

„Schlager, oder wie jetzt?!? Eingängig? Ja. Eintönig? Ein wenig. Innovativ? Nie im Leben. (…) Leidiges Anzeichen des Älterwerdens (siehe Albumtitel) oder ausgeklügeltes Konzept?“

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