Blumfeld – Old Nobody

Im Jahre fünf nach L’Etat et moi also plötzlich Liebeslyrik statt Politdiskurs. Blumfeld singen „Mein System kennt keine Grenzen“ und meinen damit sowohl musikalische als auch inhaltliche Grenzen. Acht von elf Songs auf Old Nobody drehen sich um die Liebe, um die Liebe und nichts als die Liebe. Ein Schock geht durch die Reihen der intellektuellen Pop-Theoretiker, und auch musikalisch sitzt die Veränderung wie ein Dolchstoß: Keyboard und Hymnen statt Verzerrer und Gitarren. Blumfeld haben sich neu positioniert und dabei wieder einmal die Nase vorne: Jochen Distelmeyer erweist sich erneut als ein Sprachgenie, das mit einfachen Worten Raum für Interpretationen schafft, dieses Mal jedoch mehr im zwischenmenschlichen als im universellen Bereich. Ein Affront gegen eingeschränktes Denken, ein Beispiel dafür, dass Liebeslieder nicht mit abgeschmackter Schlagermusik gleichzusetzen sein müssen. Blumfeld fragen „Status: Quo Vadis“ und definieren damit ein neues Genre in der deutschen Popmusik: das des unpeinlichen Liebesliedes.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.