Spezial-Abo

Bremsklötze gelöst

von

Ja, es ist nur ein Witz, dass die heutigen Bandmitglieder von Wolf Parade sich 1986 auf der Expo in Vancouver trafen und als Steppkes im Alter von sechs oder sieben einen Pakt fürs Leben schlossen, der die Welteroberung via Rock’n’Roll beinhaltete. Gerne erzählen sie diesen Witz, immerhin, auf der Expo wollen aber alle gewesen sein. Das war eine Attraktion, die Welt besuchte British Columbia und Arlen Thompson, heute Drummer in Reihen der Kanadier, erinnert sich noch an den von John Lennon bemalten Rolls-Royce auf der Weltausstellung: „Alle haben sich darüber aufgeregt, wie man so ein Auto verunstalten könne. Ich konnte dem als Kind nicht zustimmen. Autos bemalen fand ich cool.“ Das neue Album EXPO 86 ist der Blick zurück, der alle Bandmitglieder verbindet, auf dem Cover sind drei schwarz bemalte Jungs mit Mützen zu sehen (die Cousins von Bandkollege Dante DeCaro), in den zehn neuen Songs greifen Wolf Parade beherzt auf ihre Rock- und Popsozialisation in den 80ern zurück, als Synthies noch hooklineverdächtig waren. Wenn es Wolf Parade 2005 noch nicht gegeben hätte, man hätte die Band auf der Stelle erfinden müssen. Mit dem melodramatischen Heuler „Dear Sons And Daughters Of Hungry Ghosts“ und dem kurz darauf veröffentlichten Album APOLOGIES TO THE QUEEN MARY verpasste das Quartett dem müden Onkel Indie-Rock das bisschen Adrenalin, nach dem er so lechzte. Der Lo-Fi-Rock’n’Roll der Kanadier besaß die gerade mal richtigen Dosen von Bowie-Pathos, New-Wave-Herrlichkeit und den Montreal-Bonus jener Tage. Lesen Sie den vollständigen Artikel im aktuellen

Musikexpress.

Frank Sawatzki – 22.07.2010


Warum Phil Collins Euren blanken Hass nicht verdient hat
Weiterlesen