Collective Soul

Tradition verpflichtet: Die Retro Rocker aus den Südstaaten beschwören den Geist von Lynyrd Skynyrd

Erfolg verändert Standpunkte. „Immer wenn ‚Shine‘ über unseren Lokalsender kam, fiel mir nur auf, wie schlecht der Mix eigentlich klingt“, sagt Collective Soul-Sänger Ed Roland. „Als ich das Stück dann aber einmal in Memphis hörte, fand ich es plötzlich richtig aufregend.“ Die fast kindliche Euphorie über den Durchbruch dürfte sich bei den Retro-Jünglingen aus Atlanta bereits gelegt haben. Denn der Erfolg gehört für Collective Soul mittlerweile fast zum Alltag. Die erste Single ‚Shine‘, eine Blues-Rock-Nummer aus dem Lehrbuch von Lynyrd Skynyrd, rotiert fleißig im amerikanischen MTV-Programm, und eine große Club-Tour durch die Staaten wurde zum Kassenerfolg. Grund genug, die Emporkömmlinge mit Sinn für Musiktradition zur großen Gedenkfeier von Woodstock aufspielen zu lassen. Im Nostalgiegewaber um die guten alten 6oer seien sie mit ihrem nicht gerade neuzeitlichen Sound auch gut aufgehoben, hörte man Spötter geifern. Ed Roland selber will freilich die Vergleiche zu alten Vorbildern auf dem Album-Debüt ‚Hints, Allegations and Things Left Unsaid‘ nicht hören: „Früher habe ich auf altes Zeug gestanden, aber heute beschäftige ich mich doch hauptsächlich mit der musikalischen Gegenwart.“

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