„Comeback eines Verschwörungs-Stars“: ZDF-Doku über Xavier Naidoo

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Jahrelang hat Xavier Naidoo Verschwörungstheorien, rechtsradikale und antisemitische Narrative und falsche Behauptungen unter anderem zur Coronapandemie verbreitet. Nun will der Mannheimer nichts mehr damit zu tun haben. In einem kürzlich veröffentlichten Video sprach er davon, sich „auf der Suche nach Wahrheit“ verrannt zu haben. Er habe sich in den vergangenen Jahren „Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet“, von denen er sich nun angeblich distanziert. Der Sänger hatte zudem erklärt, dass seine Frau und Teile seiner Familie aus der Ukraine stammen, und dass der russische Angriffskrieg auf das demokratische Land ihn zum Umdenken gebracht habe. Haben wir es jetzt also mit einem geläuterten Naidoo zu tun?

Kritiker*innen sehen die Sache skeptisch. Zum einen gibt es Gerüchte, dass Naidoo angesichts der auslaufenden Coronamaßnahmen ein sinkendes Schiff verlassen möchte um wieder in der Unterhaltungsbranche Fuß zu fassen, zum anderen betonen Kritiker*innen, dass jahrelanges Lobbyieren für rechtsradikale, antisemitische und verschwörungstheoretische Positionen nicht so einfach durch ein dreiminütiges Video wiedergutzumachen sei.

ZDF-Doku über Xavier Naidoo: „Comeback eines Verschwörungs-Stars“

Denn Naidoo hat in den vergangenen Jahren fragwürdige Entscheidungen am Fließband getroffen, mit einer dezidiert rechtsradikalen Band zusammengearbeitet und dazu beigetragen, dass sich verschwörungstheoretisches Denken immer stärker in unserer Gesellschaft ausgebreitet hat. Wer die Radikalisierung des früheren „Voice of Germany“-Coach noch einmal en détail rekapitulieren möchte, dem kann nun die ZDF-Doku „Comeback eines Verschwörungs-Stars“ empfohlen werden.

In der nun in der ZDFmediathek abrufbaren Dokumentation verfolgen die beiden Journalist*innen Salwa Houmsi und Milan Panek den „Werdegang“ Naidoos vom gefeierten Popsänger und Entertainer zur Gallionsfigur der rechten Verschwörer-Szene. Dabei greifen sie auf verschiedene Rechercheansätze zurück um ein tieferes Verständnis von Naidoos erschreckender Entwicklung und der Szene, in der er sich bewegt (hat), zu bekommen. Über all dem steht die Frage, wie ernst es Naidoo mit seiner Entschuldigung ist. Ist er wirklich bereit seine Fehler zu reflektieren oder geht es ihm nur um eine oberflächliche Entschuldigung, um im Showgeschäft wieder Fuß fassen zu können?

Die rund dreißigminütige Dokumentaiton „Comeback eines Verschwörungs-Stars?“ findet Ihr hier in der ZDFmediathek.


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