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Frank Wiedemann: Ein musikalischer Tausendsassa mit Lust auf Live-Performances



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Frank Wiedemann ist ein musikalischer Tausendsassa, der als Mitbegründer des Labels Innervisions und Teil des Duos Âme nicht nur Deep-House-Sets kann, sondern auch gerne mal live die Regler an eigenen Kreationen dreht.

Frank Wiedemann und Kristian Beyer trafen sich 2001 in Beyers Plattenladen „Plattentasche“ in ihrer Heimatstadt Karlsruhe und schlossen aufgrund ihrer gemeinsamen Vorliebe für Chicago House und Detroit Techno schnell eine enge Freundschaft, deren Kind das gemeinsame Musikprojekt Âme und das Berliner Musiklabel Innervisions (zusammen mit Dixon) ist. 

Die Einflüsse von Âme reichen über Stevie Wonder bis hin zum klassischen Detroit Techno und das sagt bereits viel über Frank Wiedemanns weiten musikalischen Horizont – über elektronische Musik hinaus – aus. 

Die Lust auf Live-Performances

Doch Wiedemann genießt es nicht nur, für die rauschende Hintergrundkulisse bei den ausschweifenden Raves – beispielsweise seiner Innervisions-Label-Nights in der Panorama Bar – zu sorgen, sondern fühlt sich der handgemachten Live-Musik mindestens genauso hingezogen. Daher verwundert es nicht, wenn in einem Mix, den Âme gerne mal B2B mit Dixon  gemeinsam kuratiert, Tocotronics Dirk von Lowtzows engelsüße Stimme mittels Soundschnipselei aus ihrem Track „Die Unendlichkeit“ den Part der House Vocals übernimmt.

Die Lust auf Live-Performances verlässt Wiedemann zwischen DJ-Dasein und Labelchef-Aufgaben also nicht. So kommt es, dass auch schon mal Frank Wiedemann und Âme am gleichen Abend in unterschiedlichen Städten auf dem Clubprogramm stehen. Dabei zeichnet sich Wiedemanns Arbeit live durch eine virtuose Verspieltheit aus, die man sich in der heutigen Clublandschaft häufiger wünschen würde und die etwas von Jan Jelinek (~scape, En/Of) oder dem frühen Rhythm Maker (Background Records) hat und die neben den bekannten Drehreglerspielereien auch auf Jazz-Samples und Click-and-Cuts-Effekte setzt.

Ry x Frank Wiedemann

 Ein kleines cinematografisches Meisterstück

Wenn ein Album so lange auf sich warten lässt wie das Debut von Âme, darf man schon etwas tiefer in die musikalische Trickkiste greifen und auch mal das englische Kronjuwel der elektronischen Musik, Matthew Herbert, einladen, sein Supertalent mit ins Klangspiel zu bringen. Und das tut er dann kurzerhand auch. Während Herbert auf „The Line“ seine charakteristischen, hier fast indigenen House Vocals über eine seine typisch hypnotischen Soundflächen legt, baut Âme im Hintergrund mit viel Liebe fürs Detail eine mitreißende Spannungskurve auf. Das Ganze wurde übrigens in einem Video auch visuell umgesetzt. Hier ist in Zusammenarbeit mit dem deutschen Filmemacher Nikias Chryssos, den man auch schon 2015 mit „Der Bunker“ auf der Berlinale debütieren sehen konnte, ein kleines cinematografisches Meisterstück entstanden.

Ein Gesamtkunstwerk, für das 3Sat eine Dokumentation des Entstehungsprozesses drehen ließ

 In dieser Liste fehlen sogar noch immer einige Projekte Wiedemanns. Darunter „Howling“ und „Schwarzmann“ (zusammen mit Tiefschwarz). Und dass er bei der Vertonung einer Kooperation mit dem Staatsballett in der „Halle“ des Berghain mitgemacht hat, ein Gesamtkunstwerk, das sogar dem Kultursender 3Sat wert genug erschien, eine Dokumentation des Entstehungsprozesses zu drehen, drückt nur einmal mehr aus, wieviel Leidenschaft und Kunstfertigkeit in seinen Arbeiten steckt. Darüber hinaus sollte jeder Plattenliebhaber, der mal in Berlin ist, zu Innervisions „Muting the Noise“ gehen. Mit diesem edel durchdesignten Plattenladen in Kreuzberg scheinen Wiedemann und Beyer dem Beginn ihrer wunderbaren Freundschaft ein persönliches Monument gesetzt zu haben.

Hört Euch hier den Podcast von Telekom Electronic Beats mit Frank Wiedemann an:

Rian Heller

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