HYPNOTIC EYE


Das hat sich Tom Petty ja schon vor 25 Jahren geschworen. „This mean old world keeps pushing me around. But I won’t back down“, sang er damals. Heute ist er 63, und das Versprechen gilt immer noch. „I got a dream. I’m gonna fight til I get it right“, heißt es im ersten Song von HYPNOTIC EYE, Pettys 16. Platte (der 13. mit den Heartbreakers). Man kann diesem Mann heute mehr glauben als seinem Altersgenossen Bruce Springsteen. Wenn der in seinen Liedern behauptet, immer noch an einem Traum zu arbeiten, singt er seinem Publikum nach dem Mund. Petty hingegen schreibt für sich selbst – und meint jede Zeile so, wie er sie singt. „I’ve got a few of my own faultlines running under my life“, stellt er ohne großes Bedauern fest. Irgendwann zu Beginn der 90er hat Petty aufgehört, Hits zu schreiben. Ab und zu sind sie ihm trotzdem passiert, wie bei der Kifferhymne „You Don’t Know How It Feels“ aus dem Jahr 1994. Doch eigentlich macht er heute nur noch das, worauf er Lust hat: jammen. Mit den Heartbreakers hat Petty eine Band hinter sich, die sich dazu eignet wie keine zweite, und Petty selbst kann aus drei, vier Powerchords immer noch Songs basteln, die simpel sind, ohne plump zu klingen. HYPNOTIC EYE erhält sich den spontanen Charakter der größtenteils live eingespielten Vorgängerplatte MOJO, legt den Fokus aber wieder mehr auf Hooks. Auf Riffgetriebene Strophen folgen Mitsing-Refrains, zwei jazzige Halb-Balladen („Full Grown Boy“ und „Sins Of My Youth“) dienen als Verschnaufpause. Im Trailer zu HYPNOTIC EYE hört sich Petty diese Songs an und schleicht dabei um einen alten Plattenspieler. Der ist genauso wie die Platte: zeitlos elegant. ****