Matia Bazar – München, Alabamahalle

Das alte Programm stand auf dem Spielplan: die Zeit nach dem jüngsten Studio-Aufenthalt war so kurz, daß das neue Repertoire nicht mehr angemessen einstudiert werden konnte. So gab es nur die neue Single „Noi“ zu hören, ansonsten Material der letzten LP Melancholia.

Matia Bazar — das ist in erster Linie das Erlebnis einer faszinierenden Sängerin, die das Publikum, optisch wie akustisch — unwiderstehlich in ihren Bann zieht. Antonella Ruggiero spielt ihre Stimme von vier Oktaven hemmungslos aus, röhrt im tiefsten Keller ebenso mitreißend wie sie in höchsten Tönen schwelgt. Und dann ihr lasziv angehauchter Sex-Appeal: Ohne große Gesten kommt sie aus und wirkt doch wie ein Magnet.

Die Band gerät darüber keineswegs in den Hintergrund: Matia Bazar breiten Stimmungsbilder aus , von unbeschwert-mediterraner Heiterkeit bis zu düsterer Finsternis neapolitanischer Gäßchen reicht das Spektrum, mal poppig, dann zerschnitten durch metallische Gitarren-Breaks. mal jazzig angehaucht, dann wieder afrikanischer Rhythmik verwandt. Die erstaunliche musikalische Bandbreite sorgte immer wieder für Überraschungen. Ein eindrucksvolles Debüt der Genuesen nördlich der Alpen!

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