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Blackout Tuesday

Porträt: Mayer Hawthorne

Okay, also noch so ein Typ mit „stark von Motown beeinflusster Musik“, die sicher­lich auch „für die neue Generation spannend“ ist, weil ihr Schöpfer ja auch im HipHop verwurzelt ist und viel J Dilla gehört hat. Nach Amy Winehouse, Duffy, Plan B und zu einer Zeit, in der abwechselnd Adele und tragischerweise wie­der Amy an der Spitze der Charts stehen, klingt es alles andere als spannend, wie Mayer Hawthorne seine Musik anpreist. Dazu setzte der 32-Jährige für sein neues Album How Do You Do seinen Namen auch noch auf ein vom Megamajor Universal gereichtes Papier. Man kann die Anbiederung an den immer noch nach Neo-Soul gierigen Markt fast riechen. Aber man soll bei Musik ja nicht riechen, sondern hören. Und hört man Stücke wie „Hooked“ oder „Dreaming“, dann will man erst mal nicht glauben, dass es sich hier nicht um Coverversionen von Genreklassikern handelt. Kann doch nicht sein, dass noch nie jemand auf diese Melodien, auf diese Grooves gekommen ist! Dazu dieser Geek-Charme, der eine erfrischende Seltenheit im oft von Machismen durchwirkten Soul bildet. Dann kapiert man wieder, dass es um Musik geht. Dass The Kills eine Spitzenband sind, auch wenn sie im Windschatten anderer The-Bands groß wurden. Die Stones bekamen schließlich auch nur einen Vertrag, weil ihr damaliges Label Decca eine Rockband im Programm haben wollte, die vom Erfolg der grade eben noch abgelehnten Beatles profitieren konnte.

Außerdem ist Mayer Hawthorne im Indie grundiert. Jahrelang rappte er sich durch den Untergrund und produzierte kleinere HipHop-Acts. Doch sein Herz schlug immer schon für Soul – kein Wunder, wenn man aus Ann Arbor, einer Stadt 60 Kilometer außerhalb von Detroit, dem Sitz von Motown, stammt. „Kein Ort der Welt hat mehr Soul als Detroit“, sagt Haw­thorne. „Ständig laufen Motown-Oldies im Radio und die Kirchenmusiker gehören zu den besten der Welt.“ In seinem Schlafzimmer nahm er ein erstes Demotape auf, das er Chris Manak, dem Chef des Indierap/Electro-Labels Stones Throw bei einer Party in die Hand drückte. Sechs Wochen darauf erhielt er eine E-Mail, in der ihn Manak fragte, was denn das für Musik auf diesem Tape sei. „Das sind meine Songs“, antwortete Hawthorne. „Verstehe, du bist also der Rechteinhaber. Aber wer hat sie aufgenommen?“, erwiderte Manak. Hawthorne: „Na, ich.“ Manak: „ Okay, dann musst du sofort ein Album für mich aufnehmen!“



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