3 Mann in einem Boat

Ach, wie süß! Während sich andere britische Newcomer-Bands in ihren Cover-Credits mit Vorliebe selbst beweihräuchern oder endlose Listen sündteurer Gastmusiker und exotischer Plattenstudios herunterbeten, lesen sich die Bemerkungen auf MARTIN STEPHENSONS Debüt-Album BOAT TO BOLIVIA wie eine Mischung aus Poesie-Album und Tagebuch. Martin erklärt nicht nur, wo, wann und warum er seine Songs geschrieben hat; er verrät auch, an wen er dabei gedacht hat. Und bedankt sich am Ende sogar bei Martin McAloon (Prefab Sprout) dafür, „daß er uns von Liverpool nach Newcasite gefahren hat, damit wir in ,The Tube‘ auftreten können“.

„Uns“, das sind Martin Stephenson (Gesang, Gitarre) And The Daintees, Anthony Dunn (Baß, Gitarre) und Multi-Instrumentalist John Steel. Die drei haben dasselbe ausgeprägte Faible für akustische Klänge wie ihre Label-Kollegen und Beinah-Nachbam Prefab Sprout, nur daß sie ihr entspannter Pub-Pop mitunter auch in Jazz-, Blues- und Country-Gefilde führt. Und zu Leonard Cohen, an den besonders die Stephenson-Songs erinnern, die einen Mädchennamen im Titel haben. Auch Martin singt Geschichten, die das Leben schrieb -— so herzerfrischend ungekünstelt, daß sich die britische Presse beinah überschlagen hat, als es darum ging, sein Album über den grünen Klee zu loben.

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