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50 Jahre „Love Me Do“: Das Jubiläum der Beatles

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Elvis war der King. Seine Musiker hingegen spielten nur in Nebenrollen. So funktionierte das Pop-Business noch Anfang der 60er-Jahre – bis die Beatles kamen. Auch wenn John Lennon und Paul McCartney den Ton angaben, war erstmals die komplette Band der Star, Entscheidungen wurden mehr oder minder demokratisch gefällt. Etwa jene, mit einer weiteren Pop-Tradition zu brechen: Statt sich Stücke von Musikverlagen liefern zu lassen, geschrieben von professionellen Songwritern und ausgewählt vom mächtigen Produzenten, bestimmten die Beatles von Anfang an selbst, welches Material gespielt wurde. Einziges Kriterium war der persönliche Geschmack, gecovert wurden zunächst R&B und Rock’n’Roll aus den USA. Weit schwerwiegender: Lennon und McCartney, etwas später auch George Harrison, griffen selbst zur Feder und hebelten die starren Hierarchien des Musikgeschäfts damit vollends aus. Gerade im klassenbewussten England, wo Liederschreiben – von ein paar Folkies abgesehen – als Domäne ausgebildeter Komponisten und Textdichter galt, war der Do-It-Yourself-Ansatz dieser vier Kids aus der Arbeiter- und Mittelschicht eine kleine Revolution. Die Geschichte der Popband, die ihre Songs selbst schreibt, beginnt genau: hier.

Sie machten Pop britisch

Bis zu den Beatles spielte das Verregnete Königreich im weltweiten Musikgeschäft keine allzu große Rolle. Die lokalen Märkte kultivierten ihre eigenen Musikstile und Stars, die einzigen globalen Pop-Trends kamen aus den USA – im Rest der Welt zumeist aufbereitet für das heimische Publikum. Mit den Beatles emanzipierte sich Britannien nicht nur von der US-Dominanz, sondern übernahm für ein paar Jahre sogar die weltweite Führung im Popgeschäft – künstlerisch wie kommerziell. „Englishness“ an sich war plötzlich ein Pop-Exportartikel erster Güte. Ob The Buckinghams (USA), The Lords (Deutschland West) oder Die Butlers (Deutschland Ost): Der englische Touch war Mitte der 60er ein Muss. Auf der Insel wuchs mit dem schier unglaublichen Erfolg der Beatles das Selbstbewusstsein, die Szene explodierte förmlich, gewann schnell an Profil und bereicherte die Welt fortan noch häufiger mit eigenständigen Pop-Spielarten. Seltsam nur: Während der Beat auch in den USA noch bestens funktioniert hatte, blieben spätere, typisch englische Stilübungen wie Glamrock, New Romantic oder der Britpop der 90er meist europäische Phänomene. Dennoch: Dass England heute – je nach Sichtweise – als große bis größte Popnation betrachtet werden kann, hat seinen Ursprung bei den Beatles.



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