PE’AHI

Sapperlot! Ist gerade versehentlich das Debütalbum der Doors ins CD-Laufwerk geraten? Nein, das ist schon die neue Platte der Raveonettes. „Endless Sleeper“, das Eröffnungsstück, hört sich nur in den ersten drei Sekunden exakt wie „Break On Through (To The Other Side)“ an. Vielleicht ist es ein Überbleibsel aus den Sessions zur letzten Platte OBSERVER, die im Sunset Sound Recorders Studio in Los Angeles aufgenommen wurde, wo auch die ersten beiden Doors-Platten entstanden sind. Die Raveonettes haben ja nie einen Hehl daraus gemacht, von wem sie ihre Ideen haben, und Helden wie Ronnie Spector von den Ronettes und Moe Tucker von The Velvet Underground auch schon mal zu Aufnahmen ins Studio eingeladen. Auf PE’AHI spielen diese Künstler zwar nicht mit, zu hören sind sie trotzdem überall. Noch mehr als bisher badet das dänische Duo seine sonnigen Songs in weißem Rauschen. Zuweilen könnte man glauben, hier seien die Sleigh Bells zugange, so sehr übersteuern die Aufnahmen. Doch dann durchdringen Harfenklänge das Distortion-Dickicht und Foo singt mit verträumter Stimme: „Smiling faces always pretend“. Wagner weiß: Melodien werden süßer, wenn man sie mit melancholischen Texten untersetzt. Er selbst ist auf dieser Platte nicht als Sänger zu hören, sondern hat „bloß“ alle Songs geschrieben. Und eingespielt. Und produziert. Sein Gitarrenspiel am Ende von „Sisters“ ist himmlisch, der Groove auf „Killer In The Streets“ ließe einen niederknien, müsste man nicht dazu tanzen. Einziger Wermutstropfen: Das alles hat man schon sehr oft sehr ähnlich von dieser Band gehört. Aber möchte man den Raveonettes vorwerfen, was man bei den Ramones zur Tugend erhebt? Eben. ****

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