Marteria :: Zum Glück in die Zukunft

Four Music/Sony Music

Falls Deutscher Rap überhaupt noch zu retten ist, dann könnte Marteria tatsächlich seine Rettung sein.

Er hat eine Menge Beistand: Peter Fox und Jan Delay treten nicht nur als Gaststimmen, sondern auch als Mentoren auf, Miss Platnum singt und die Beats stammen von The Krauts, die Peter Fox zur Erfolgsmarke produziert haben. Aber Marteria kann auch jede Unterstützung gebrauchen. Mit ZUM GLÜCK IN DIE ZUKUNFT soll er schließlich den zuletzt direkt in die Bedeutungslosigkeit dümpelnden deutschen Hip-Hop retten. Dazu reaktiviert der Berliner Marten Laciny den intelligenten Reim, ohne gleich wieder in die Fettnäpfchen des Studenten-Rap zu treten. Selbst die Songs, die sich hinter Titeln wie „Amys Weinhaus“, „Marteria Girl“ und „Kate Moskau“ verstecken, umkurven erstaunlich leichtfüßig die vielen Klischee-Fallen, die der Hip-Hop bereitstellt. Während der Konkurrenz ständig die Metaphern verrutschen, kann Marteria es sogar wagen, Diddl-Tassen und Tupac im gleichen Reim einzusetzen. Männer dürfen bei ihm auch mal weinen, ja sogar schwul werden. Deshalb muss Marteria auch nicht bellen, sondern schmiegt seine Reime so selbstverständlich an die großartigen Beats der Krauts, dass man geneigt ist, an das Unmögliche zu glauben: An eine Zukunft für den deutschen Rap.

www.marteria.com

Story S. 14; CD im ME S. 21

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