Ratboys

SINGIN’ TO AN EMPTY CHAIR

New West (VÖ: 6.2.)

Indie-Rock voller Alt-Country-Einflüsse öffnet die Herzen.

Zu Beginn von SINGIN’ TO AN EMPTY CHAIR, dem sechsten Studioalbum der Ratboys, steht eine Frage: „What’s it gonna take to open up?“ Frontfrau Julia Steiner stellt sie – und die vierköpfige Chicago-Band liefert in den folgenden 50 Minuten die Antwort darauf, wie sie unsere Herzen öffnen will: mit bodenständigem Indie-Rock voller Alt-Country-Einflüsse. Vor allem Gitarrist Dave Sagan prägt den Sound mit schneidenden Nashville-Fills; selten zuvor hatte er so viel Raum, sich auszutoben.

Auch Steiner überzeugt mit ihrer hellen, twangigen Stimme und einer melodischen Klarheit, die (fast) jeden Song zum Highlight macht. Ratboys sind gewiss keine Zeitgeist-Band – und wollen es auch nicht sein. Stattdessen schreiben sie schlicht herausragende Indie-Songs. Ihre Normalität ist dabei fast schon ihr größter Selling Point: Nichts lenkt vom ausgefeilten Songwriting ab.

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Gleichzeitig hebt die glasklare Produktion von Chris Walla (Death Cab for Cutie) den Sound auf ein neues Level und überrascht mit unerwarteten Synth Akzenten im Country-Schimmer. Bereits THE WINDOW markierte einen großen Entwicklungsschritt für Ratboys, doch mit SINGIN’ TO AN EMPTY CHAIR erreicht die Band nun ihren bisherigen Höhepunkt.

Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.