Joshua Idehen

I KNOW YOU’RE HURTING, EVERYONE IS HURTING, EVERYONE IS TRING, YOU HAVE GOT TO TRY

Heavenly/PIAS (VÖ: 6.3.)

Ein Aufmunterungsdrink aus House, Drum’n’Bass, Jazz, Spoken Word – und was mit Hurting.

Wo Joshua Idehen wohl all diese Housebeats aufgesammelt hat, die sein neues Werk mit dem etwas unhandlichen Titel (irgendwas mit Hurting, richtig?) so schön durchpflügen. Im Zweifel hilft da immer ein Studium früher Daft-Punk-Tracks aus der HOMEWORKÄra, britisches Soundhandwerk à la Dizzee Rascal ist dieser Musik aber auch anzuhören. Was die Wortbeiträge betrifft, hat Idehen schon auf die inspirierende Kunst von Scroobius Pip hingewiesen.

Ja, es musste vielleicht alles so kommen, wie’s gekommen ist, „What’s meant for me, will find me anyway“, gibt der britisch-schwedische Vokalist und Open-Mic-Performer Idehen im Track „It Always Was“ zu Protokoll. Und dabei handelt es sich um den Spruch eines Jugendfreundes, der sich dem allgemeinen Zukunftspläneschmieden nicht anschließen wollte.

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Joshua Idehens neues Album gehört zu den aktuell raren Veröffentlichungen, die auf einer Welle von Optimismus surfen – Idehen zaubert eine offensive Leichtigkeit mit seinem musikalischen Partner Ludvig Parment gleich im Dutzend zutage, diese Platte schmeckt wie ein Aufmunterungsdrink mit den Kräutern der Saison. Im Preis inbegriffen: kurze Meditationen und Klangschnipsel mit Piano und Stimme, Betrachtungen zu Selbstfürsorge, Beziehungspflege und Resilienz. „Don‘t Let It Get You Down“ ist der große Aufheller mit dem Stakkatobeat, „Brother“ das hüpfende Drum’n’Bass Jazzstück, das Bewegung fordert. Tanz irgendwas mit Hurting, es geht dir so schnell nicht mehr aus Kopf und Beinen.

Diese Review erscheint im Musikexpress 3/2026.