Charlotte Sands
SATELLITE
C S Records (VÖ: 6.3.)
Emo-Pop, der selbst für Emo-Pop bisweilen allzu emotional gerät.
Wie sich das gehört im Emo-Pop, schüttet Charlotte Sands auf SATELLITE ihr Herz aus. Inhaltlich geht es – genretypisch – um Liebe, Herzschmerz und das Klarkommen mit sich selbst. Themen, die schon millionenfach besungen wurden, die aber auch niemals alt werden, solange wir noch neue Worte für sie finden.
Leider gelingt das der 29-Jährigen aus Massachusetts nicht immer. Der Grat zwischen roher Emotion und unsäglichem Kitsch ist schmal und den Balance-Akt zwischen den beiden hat Sands anscheinend noch nicht perfektioniert. Während sie in Songs wie „One Eye Open“ stilsicher die passenden Bilder wählt, um ihre toxische Beziehung zu beschreiben, greift sie auf der Ballade „After life“ so tief in die Phrasenkiste, dass es wehtut. Dazu traut sie sich auf ihrem neuen Album in Gefilde, die so etwas weniger verzeihen, als der Pop Punk ihrer vorherigen Platte.
Kann man sich auf „Neckdeep“ noch genug in den harten E-Gitarren und der starken Synth-Melodie verlieren, um Zeilen wie „I’m only dead inside“ geflissentlich zu ignorieren, lässt das eher akustisch gehaltene „Sunday“ klischeehafte Zeilen wie „I only like myself when I‘m with you“ nicht mehr überhören. So sind die harten Songs, die auf den Emo-Dancefloor einladen, die Highlights des Albums, während die zahlreichen Balladen eher zum Skippen einladen.
Diese Review erscheint im Musikexpress 4/2026.


