Avalon Emerson
WRITTEN INTO CHANGES
Dead Oceans/Cargo (VÖ: 20.3.)
Eine Erfolgs-DJ perfektioniert als Singer/Songwriterin ihren nostalgisch-innovativen Dream Pop.
Dass Avalon Emerson über eine beachtliche Bandbreite verfügt, wurde bereits allen deutlich, die in den vergangenen Jahren ihre Entwicklung zu einer der profiliertesten DJs der Welt verfolgt haben. Als die Techno-Produzentin 2023 dann das Album AVALON EMERSON & THE CHARM veröffentlichte, staunten Kritiker:innen und Fans trotzdem nicht schlecht, was für einen stilsicheren Dream Pop man da geboten bekam, dem man Emersons Liebe für etwa die Cocteau Twins anhören konnte.
Und weil’s so schön war, liefert sie nun mit WRITTEN INTO CHANGES ihren zweiten Wurf als Singer/Songwriterin. Etwas weniger verträumt, aber noch immer bezaubernd klingen die zehn Tracks über Veränderungen und Vergänglichkeit. „Die beste Ära in der Musik war von 1987 bis 1994“, findet sie, und das hört man der Platte an. Der Breakbeat-lastige Band-Sound von „Eden“ erinnert an Madchester oder Dance-Rock aus eben dieser Zeit – man möchte wie Emerson im Musikvideo am liebsten gleich ins Auto steigen und Landstraßen entlang brettern.
„Wooden Star“ knüpft an ihre elektronische Seite an, aber statt für den Club eher als Soundtrack fürs Kino. „Happy Birthday“ vereint Tanzbarkeit mit lyrischer Tiefe und grüßt mit Saxofon aus den 80ern. Ihren Humor als Songwriterin beweist sie in „How Dare This Beer“, wenn sie in Selbstmitleid versinkt – aber mit kaltem Bier im warmen Bett. Emerson sagt, sie habe bei diesem Album ihre Stimme gefunden, und meinte damit mehr Sicherheit in ihrem Gesang – aber man kann es auf das ganze Album beziehen.



