Spencer Cullum

SPENCER CULLUM’S COIN COLLECTION 3

Full Time Hobby (VÖ: 27.3.)

Gut eingehüllte Folk- und Singer/Songwritermusik aus einem Gartenschuppen in Nashville.

Dass Spencer Cullum einige Jahre lang ein (viel beachteter) Session-Musiker war, ist beinahe vergessen. Inzwischen versammelt der gebürtige Brite, der in Nashville lebt und arbeitet, eine eindrucksvolle Gemeinde von Spitzeninstrumentalisten auf seinen eigenen Alben. COIN COLLECTION 3 ist die finale Veröffentlichung im Rahmen seiner vor mehr als fünf Jahren ins Leben gerufenen Album-Reihe.

Die neue Songsammlung entstand in Cullums Gartenschuppen, den der Sänger und Pedal-Steel-Gitarrist nicht nur zu seinem provisorischen Aufnahmestudio, sondern auch zum Schutzraum vor den viel zu vielen Verwerfungen da draußen erklärt hat. Man merkt diesen neun Songs an, dass der Künstler sich zur Aufgabe gemacht hat, das zu hegen und zu pflegen, was ihm lieb ist. Etwa den Klang der Gitarre aus dem Bilderbuch der Americana, das feine Spiel um die grundlegenden Motive herum, der schöne klare Bass in Stücken wie „Jackie Paints“ und „Music On The Hill“.

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Oft klingt es, als meldete sich der Sänger Cullum aus dem Bauch der Musik, Hauptsache gut eingehüllt, draußen ist‘s ja so kalt. In „Look At The Moon“ lässt Cullum die Pedal Steel an einem leicht verhallten Geklacker vorbeiziehen, „bleib‘ wach, es gibt viel zu sehen“, singt er und lässt seine Gedanken schweifen von den düsteren Tagen über die hübschen Blumen bis hinauf zum Mond. In der Vorabauskoppelung „Rowan Tree“, die einer Jahrzehnte alten Platte von Bert Jansch entstammen könnte, folgt Cullum einer traditionellen Erzählung, in seiner Version ist es ein Baum, der all jene tötet, die der Natur den Krieg erklärt haben. Aufgenommen wurde unter anderem auf einem Nagra-Analog-Rekorder aus den Sechzigern und auf iPhones; zum Finale ließ Cullum die Tracks auf Kassette (Teac-Vierspurgerät) überspielen. Ein dickes Lob an Mensch und Maschinchen.