Collien Fernandes doch bei Hamburg-Demo – mit „kugelsicherer Weste“
„Mit kugelsicherer Weste und Personenschutz“ erschien Collien Fernandes auf der Bühne.
Ihr Auftritt kommt überraschend und verändert die Stimmung auf dem Rathausmarkt in Hamburg noch einmal schlagartig: Collien Fernandes steht am Donnerstagabend (26. März) nun doch auf der Bühne und demonstriert mit den Anwesenden gegen sexualisierte Gewalt im Internet.
Noch kurz zuvor hatte sie ihre Teilnahme abgesagt. Der Grund: Sie habe Morddrohungen erhalten und fürchte um ihre Sicherheit. Umso eindringlicher wirkt ihr Erscheinen, das unter besonderen Bedingungen stattfindet, wie sie selbst unmissverständlich beschreibt: „Ich stehe hier mit kugelsicherer Weste und Personenschutz.“
Fernandes sagt, sie habe „rauskommen und stark sein“ wollen, auch wenn das in ihrer Situation „sehr schwierig“ sei. Und sie macht deutlich, was die vergangenen Tage in ihr ausgelöst haben: „Ich glaube, dass oft unterschätzt wird, was so was mit einem macht. Was es auf der emotionalen Ebene bedeutet.“
Collien Fernandes zeigt Entschlossenheit
Dass Fernandes trotz des Hasses der ihr derzeit entgegenschlägt, so offen spricht, verleiht dem Gesagten eine neue Dringlichkeit. Angesichts der Morddrohungen sei es kaum verwunderlich, dass viele Betroffene schweigen. Aber die Schauspielerin und Moderatorin fragt auch, was in dieser Situation gefragt werden muss: „Warum haben nicht die Täter die Eier zuzugeben, dass sie ihre Frauen digital missbraucht oder gegen eine Wand geschlagen haben?“
Ihre Rede richtet sich immer wieder direkt an die Menge – und besonders an Frauen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben: „Warum müssen sich die Frauen hier hinstellen?“ Und weiter heißt es: „Habt den Mut, habt die Kraft rauszugehen und allen zu erzählen, was passiert ist!“
Wer die Demo organisiert hat
Die SPD-Abgeordnete Annika Urbanski, Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Autorin Alexandra Zykunov haben zur Demo in Hamburg aufgerufen. Auf dem Rathausmarkt sind es an diesem Abend Tausende Frauen und Männer, etliche mit klaren Botschaften auf Schildern. Einer der vielen Sätze, die herausstechen: „Kein Migrations- sondern ein Männerproblem“.
Die Polizei Hamburg begleitet die Demonstration mit Einsatzkräften. Ein Sprecher erklärte, man sei „wie bei solchen Versammlungen üblich“ präsent, um die Sicherheit zu gewährleisten. Hinweise auf Störungen oder Straftaten gebe es nicht.





