The Haunted Youth – „BOYS CRY TOO“: Emo is not dead

Wenn Gefühle überhand nehmen: Von Bedroom Pop zu Heavy Pop.

Das Debüt von The Haunted Youth war wie das von einer anderen Band: softer Bedroom Pop, das Projekt auch noch ein Soloprojekt von Joachim Liebens. Beides stimmt nicht mehr: Aus dem Solo­ding ist mittlerweile eine ganze, richtige Band erwachsen, und auch der Sound ist ganz entschieden ein anderer. Von Softness ist nur noch wenig zu spüren, nein, Liebens und der Rest der Band haben Verstärker entdeckt. Popharmonien schreiben die Belgier immer noch, aber mittlerweile werden die in ein wesentlich lauteres Kostüm gesteckt, irgendwo zwischen dem „Heavy Pop“ des Zehnerjahre-Phänomens Wu Lyf (die dieser Tage auch zurückkehren), Pop Metal und Indie-Rock, und vor allem natürlich Emo.

Kein Wunder, dass Bands wie My Bloody Valentine hier Pate standen und als Inspiration genannt werden. Zarte, von den 80ies inspirierte Momente gibt es immer noch, zum Beispiel auf „Hurt“. Aber es dominieren die lauteren Augenblicke wie direkt im Anschluss zum Beispiel „Murder Me“. Die Songtitel wie „Death Wish“, „Falling To Pieces“ oder, ganz offensichtlich, „Emo Song“ verraten schon: Emo is not dead.

Ob es aber mehr ist als nur eine Phase? Wird sich zeigen. Bis dahin aber kann man mit diesem Album viel Spaß haben. Besonders wenn man unter 25 ist – oder sich so fühlt und die Gefühle überhand nehmen.

Aida Baghernejad schreibt freiberuflich unter anderem für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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