Gigi Masin – „MOVEMENT“: Jenseits der Sphäre
Eine Ambient-Legende auf Abwegen aus der Sphäre.
Gigi Masin ist der Meister der Sphäre. In den Achtzigerjahren markierte sein Debütalbum Wind einen Meilenstein des Ambient. Der Venezianer verband darauf Melancholie und Kitsch zu einem rührenden Plädoyer für große Gefühle. Auf MOVEMENT dauert es nur den Opener „Bed On Mars“ lang, eine undurchdringliche Fläche, durch die sich Echos eines Saxofons wälzen, bis das Blasinstrument die Bühne im diesseitigen Sinne betritt: „Lost“ offenbart Masins Gespür für die Verbindung elektronischer und analoger Klangerzeuger, von Downtempo-Tropen mit balearischer Anmutung.
Auch 40 Jahre später musiziert er ins ewige, satte Blau hinein – was nicht heißt, dass es keine künstlerische Weiterentwicklung und neue Ansätze gäbe: „The Age Of Sampling“ vereint einen kristallinen, entschleunigten Braindance-Beat mit den omnipräsenten Bläsern und schafft eine unerwartet düstere Atmosphäre, während das Titelstück allem Irdischen entsagt.
„Deception Dance“, in dem wirklich alles miteinander kommuniziert, könnte eine der jüngeren Biosphere-Großtaten sein – ein weiterer Beleg dafür, dass Masin die Grenzen der Sphäre längst überwunden hat.