Skye Newman – SE9 PART 2 EP: Soul aus der Sozialsiedlung
Die Amy der Gen Z? Der soulige R’n’B hat das Potenzial dazu.
SE9 ist eine Postleitzahl im tiefen Südosten Londons. Hier wuchs Skye Newman mit wenig Geld und viel familiärem Drama in der Sozialsiedlung auf. Doch die Anfangzwanzigerin hat sich durchgeschlagen – mit Resilienz, Kiffen und einer Passion fürs Singen. Nur viel Übung macht so ein selbstbewusstes, souliges Organ wie das von Newman, die 2025 eine steile Karriere vom viralen Hit ins Vorprogramm von Ed Sheeran und Lewis Capaldi und unter die diesjährigen Brit-Award-Nominierungen hinlegte.
Und oft mit Amy Winehouse und Adele verglichen wird. Newmans expressive Stimme kann sich mit den beiden Ikonen messen. Auch in Sachen Working-Class-Schnodderigkeit ähneln sich die drei. Doch ist Newman stärker von R’n’B beeinflusst, weniger retro und opulent. Sie wird auch mal von einem HipHop-Beat, atmosphärischem Synthie oder Akustikgitarren begleitet.
Und auch wenn Newman ihrerseits viel von Typen singt, thematisiert sie ebenso offen häusliche Traumata („Vicious Cycle“) und feiert die weiblichen Homies in ihrem Leben („Woman I Am“). Stichworte: Mental Health und female Empowerment. Prognose nach der zweiten EP: Newman könnte die Amy-Adele der Gen Z werden. Hauptsache, es bleibt bei den weichen Drogen.