Francis Of Delirium – RUN, RUN PURE BEAUTY: Boston-Geist, New Yorker Hitze

Gitarren-Indie-Rock, der nicht nur Laut-Leise, sondern auch das ­Pathos beherrscht.

Eine Luxemburgerin in New York City: Im heißen Sommer des Jahres 2024 schrieb Jana Bahrich dort die Songs des zweiten Albums ihres Projekts Francis Of Delirium. Die Texte erzählen von den Erlebnissen in einer Stadt, in der man sich kaum bewegen, kaum begegnen konnte. Die Musik des Albums erinnert dagegen eher an den Sound einer anderen amerikanischen Großstadt, gelegen knapp vier Autostunden in nordöstlicher Richtung: Bahrich steht auf die Kraft des Gitarren-Indie-Rock, der Ende der Achtzigerjahre in Boston miterfunden wurde.

Der Geist der alten Platten von Bands wie Throwing Muses, Belly und den Breeders schwebt durch viele der Lieder von RUN, RUN PURE BEAUTY. Er zeigt sich, wenn Francis Of Delirium auf Laut-leise-Dynamiken setzt. Oder wenn sie in den Strophen verdrehte Melodien findet, die sie dann im Chorus entflicht. Das Titelstück ist dafür ein gutes Beispiel.

Bevor das Album zu erwartbar wird, findet Bahrich weitere Wege. „Higher“ fährt groß auf, man denkt an Stevie Nicks oder Florence + The Machine, „Damned“ besitzt einen fetten Neo-Postpunk-Beat. Alles fließt zusammen bei „Requiem For A ­Dying Day“: Die Sonne geht, die Hitze bleibt, die Gedanken gehen an alle verlorenen Seelen. Plötzlich vermittelt Jana Bahrich großes Pathos – und auch das kann sie.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für