Agassi – ARCADE MELODIES: Vom Fußballplatz ins Studio

Pop über den Gartenzaun: Das Debüt einer besonderen Indie-­Supergroup aus Hamburg.

Ein erstes Leben als Fußballprofi: Ben Galliers aus Coventry steht Anfang der Nullerjahre beim damaligen Oberligisten Dynamo Dresden unter Vertrag, fünfte Liga. Sein Team steigt auf, Galliers macht 23 Spiele, erzielt zwei Tore. Zufrieden ist er nicht, weil er ahnt: Das Talent reicht nicht aus, um von Höherem zu träumen. Daher ein zweites Leben als Musiker: Galliers ist als Singer/Songwriter unterwegs, dockt in Hamburg an die lokale Szene an und kommt über den Gartenzaun mit dem Nachbarn ins Gespräch.

Dieser heißt Mark Tavassol, war früher Bassist bei Wir Sind Helden und zusammen mit Klaas Heufer-Umlauf Teil des Duos Gloria. Drei Jahre nach dieser Begegnung erscheint nun das erste Album der gemeinsamen Band Agassi. Mit dabei ist auch Nina Müller, vielbeschäftigte Sängerin, Songwriterin, Keyboarderin. Der Gitarrist Physiker, Tavassol arbeitet ja auch als Arzt – Agassi sind eine eigenwillige Supergroup.

Das passt zum Namenspaten Andre Agassi, ein guter Typ und Court-Rebell, der mit Steffi Graf ein eigenwilliges Ex-Tennis-Superpaar gibt. Die Musik auf ARCADE MELODIES klingt wie ein vertontes Indie-Mixtape: Kühner Sprechgesang und erhebende Refrains, Postpunk und Postbritpop, mal verhallte, mal zackige Gitarren. Beim Neo-NDW-Banger „Keine Energie geht verloren“ ist Frank Spilker von den Sternen dabei – schade, dass nicht jeder Song der Platte so sehr nach vorne geht.

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